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Kampf gegen illegale Ferienwohnungen: Detektivarbeit in Nürnberg | BR24

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Über Onlineportale wie Airbnb wird dringend benötigter Wohnraum an Urlauber vermietet. Im vergangenen Jahr hat die Stadt Nürnberg illegal vermieteten Ferienwohnungen den Kampf angesagt.

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Kampf gegen illegale Ferienwohnungen: Detektivarbeit in Nürnberg

Im vergangenen Jahr hat die Stadt Nürnberg illegal vermieteten Ferienwohnungen, etwa über das Onlineportal Airbnb, den Kampf angesagt. Nun kann die Stadt erste Erfolge vorweisen.

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Knapp 100 Wohnungen, die zweckentfremdet waren, konnten in Nürnberg wieder dauerhaft vermietet werden. "Das ist ein gutes Ergebnis", freut sich der Wirtschaftsreferent der Stadt Nürnberg, Michael Fraas (CSU). In Nürnberg herrscht Wohnungsnot. Der Neubau von 100 geförderten Wohnungen würde die Stadt nicht nur mehrere Millionen Euro kosten, sondern auch die Baugrundstücke sind rar.

Stadt in der Beweispflicht

500 weitere Verdachtsfälle haben Bürger der zuständigen Behörde Stab Wohnen gemeldet. Nach und nach überprüfen die Mitarbeiter, ob diese tatsächlich illegal vermietet werden. Keine einfache Aufgabe: Die Stadt ist in der Beweispflicht. Sie muss nachweisen, dass eine Wohnung mehr als die erlaubten acht Wochen pro Jahr an Touristen vermietet wurde, berichtet die zuständige Sachgebietsleiterin Andrea Herzig. Eine Detektivarbeit beginnt. Denn einfach die Namen und Adressen der Anbieter von Airbnb abzufragen und wie lange diese vermieten, geht nicht. Das hat der Bayerische Verwaltungsgerichtshof im Juni entschieden.

Detektivarbeit vor Ort

Die Vermieter haben in Nürnberg eine Auskunftspflicht. Die Stadt muss dennoch prüfen, wie glaubhaft die Angaben sind. In bestimmten Fällen ist auch der Ermittlungsdienst der Stadt vor Ort und klopft bei den Wohnungen an der Tür. Bis alle Beweise gesammelt sind, kann es deswegen dauern. Zudem hat die Corona-Pandemie die Arbeit der Behörde ausgebremst, so Herzig.

Hotspots illegaler Ferienwohnungen in Nürnberg

Den Fokus legt Stab Wohnen derzeit auf die Stadtviertel rund um die Nürnberger Messe und auf die Innenstadt. Carolin Mayer vom Bürgerverein Nürnberg-Langwasser wohnt selbst nur wenige Schritte von der Messe entfernt – in einem Hochhaus mit 20 Stockwerken. Mehrere Wohnungen sind hier auch während der Corona-Pandemie vermietet. Mayer sorgt sich, dass das Risiko einer Infektion steigt, wenn viele fremde Menschen in den Hochhäusern ein- und ausgehen. Mit ihrer Sorge steht sie nicht allein da. Wegen der Pandemie haben sich zahlreiche Bürger an Stab Wohnen gewandt und Wohnungen, die regelmäßig an Touristen vermietet werden, gemeldet, berichtet Andrea Herzig.

Hohes Bußgeld fällig

Im vergangenen Jahr hat die Stadt Nürnberg ein Verbot für die Zweckentfremdung von Wohnungen beschlossen. So darf eine Wohnung maximal acht Wochen im Jahr an Touristen oder Geschäftsreisende vermietet werden. Jeder, der seine Wohnung länger vermietet, kann mit bis zu 500.000 Euro Bußgeld belangt werden. Nicht nur Nürnberg hat dem lukrativen Geschäft mit den illegalen Ferienwohnungen den Kampf angesagt, sondern auch beispielsweise München und Erlangen.

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