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Kampf gegen das Coronavirus: Wichtige Fragen und Antworten | BR24

© dpa-Bildfunk/Bernd Thissen

Coronavirus (Symbolbild)

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Kampf gegen das Coronavirus: Wichtige Fragen und Antworten

Die Lage hat sich verschärft, sagt Bundesinnenminister Horst Seehofer. Der Bundesgesundheitsminister spricht vom Anfang einer Epidemie. Ein Krisenstab wurde eingerichtet. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten zum Corona-Ausbruch in Deutschland.

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Was ist ein Krisenstab und wieso wurde er nun eingesetzt?

Um eine Influenza-Pandemie zu bewältigen, können Bundesinnenministerium und Bundesgesundheitsministerium einen bundesweiten Krisenstab bilden. Auch beim Ausbruch der Vogelgrippe 2016 wurde ein Krisenstab einberufen. Er soll die Arbeit der unterschiedlichen Behörden koordinieren und mit den Bundesländern abstimmen.

Am aktuellen Krisenstab zum Coronavirus sind auch andere Ministerien wie das Auswärtige Amt und das Verkehrsministerium beteiligt sowie Gesundheitsexperten des Robert Koch-Instituts und Experten der Deutschen Bahn und der Bundespolizei.

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Veranstaltungen fallen aus, Börsen rauschen in den Keller und die Behörden packen ihre Notfallpläne aus: Das Coronavirus rüttelt jetzt auch Deutschland wach - trotz noch niedriger Fallzahlen. Die Bundesregierung hat einen Krisenstab eingerichtet.

Was ist der Unterschied zwischen einer Pandemie und einer Epidemie?

Der Begriff Pandemie setzt sich aus den altgriechischen Wörtern "pan" für "alles" und "demos" für "Volk" zusammen. Eine Pandemie breitet sich über Länder und Kontinente hinaus aus. Die WHO definiert eine Pandemie als eine Situation, in der die ganze Weltbevölkerung einem Erreger potenziell ausgesetzt ist und viele Menschen daran erkranken können.

Eine Epidemie ist örtlich und zeitlich begrenzt. Experten sagen: Da Menschen nicht mehr nur in einem Teil Chinas am Coronavirus erkrankt sind, sondern auch in anderen Ländern, kann man hier von einer Pandemie sprechen.

Coronavirus-FAQ: Die wichtigsten Fragen und Antworten

Wie gefährlich ist das Corona-Virus?

Etwa 80 Prozent der Infizierten haben nur leichte Symptome wie Husten oder Schnupfen, sagt das Robert Koch-Institut. Etwa 15 Prozent erkranken schwer, meist an einer Lungenentzündung. Und ein bis zwei Prozent der Infizierten sterben am neuen Coronavirus.

Das sind etwa fünf bis zehn Mal so viele wie bei der Grippe.

Lothar Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts, weist aber auch darauf hin, dass die Zahlen sich ständig ändern. Es könnte auch sein, dass die Sterblichkeitsrate tatsächlich niedriger ist. Denn es wird vermutet, dass besonders in China nicht alle Infizierten auch erfasst sind. Viele zeigen nämlich nur leichte Symptome.

Kann der Staat auch bei uns ganze Städte abriegeln?

Ja, das ist möglich. Laut Infektionsschutzgesetz dürfen auch Grundrechte eingeschränkt werden, um zu verhindern, dass sich eine Krankheit weiter ausbreitet. Welche Maßnahmen genau eingeleitet werden, entscheiden die Gesundheitsämter in den Städten und Kommunen. Sie können zum Beispiel auch Schulen schließen, große Veranstaltungen wie Konzerte und Fußballspiele absagen und im Extremfall ganze Bezirke und Städte abriegeln.

Theoretisch kann auch die Bundesregierung so etwas anordnen. Aber Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat klar gemacht: "Es ist zwar vieles denkbar, aber entscheidend ist, ob das auch notwendig und angemessen ist."

Coronavirus-Ticker: Alle Entwicklungen

Wie gut ist das Gesundheitssystem vorbereitet?

Wenn sich das Coronavirus massenhaft in Deutschland verbreitet, könnte das Gesundheitssystem an seine Grenzen kommen. Kritiker sagen, es gebe nicht genug Personal in einigen Gesundheitsämtern.

Für Ärzte könnte es eine Urlaubssperre geben und man könnte auch Ärzte hinzuziehen, die schon in Rente sind. Auch Organisationen wie das Rote Kreuz oder das Technische Hilfswerk könnten bei einer Pandemie hinzugezogen werden. Massenhafte Krankheitsfälle aufgrund des Virus' würden wohl eine deutliche Belastung für das Gesundheitssystem bedeuten.

Aber große Grippewellen wie vor zwei Jahren zeigen auch, dass das System einiges aushalten kann.