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Kampf gegen Corona: Ein Tag im Impfzentrum Donauwörth | BR24

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Momentan reicht der Impfstoff nicht - auch im Impfzentrum Donauwörth.

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Kampf gegen Corona: Ein Tag im Impfzentrum Donauwörth

Der Impfstart in Bayern verläuft schleppend. Auch in Donauwörth ist das deutlich zu spüren. Im dortigen Impfzentrum würden die Helfer gerne mehr impfen. Doch sie kämpfen mit allerlei Hindernissen. Ein Hausbesuch.

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Von
  • Florian Danner

Seit Ende Dezember laufen in Bayern die Impfungen gegen Covid-19. Genau drei Wochen später fällt die Bilanz ernüchternd aus. Nur knapp 200.000 Menschen, rund 1,5 Prozent der Bevölkerung, haben die erste von zwei Dosen des Biontech-Vakzins bekommen.

Die bayerischen Kommunen haben 100 Impfzentren eingerichtet, in denen die Impfungen schnell und einfach vonstattengehen sollen. Doch in diesen Impfzentren ist Mitte Januar oft nur wenig los.

BRK-Mitarbeiter: Froh, dass wir überhaupt impfen können

Im Landkreis Donau-Ries gibt es ein Impfzentrum in Nördlingen. Ein weiteres Zentrum befindet sich in Donauwörth. In einer Gewerbehalle im Stadtteil Riedlingen warten am Dienstagmorgen eine Handvoll Mitarbeiter des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK), zwei Ärzte der Donau-Ries Klinik Donauwörth und einige Beschäftigte von Stadt und Landkreis auf die Impfwilligen. Für das korrekte Aufziehen der Spritzen ist Hans-Werner Felkel verantwortlich.

"Ich kann vielleicht dazu beitragen, dass wir irgendwann wieder ein normales Leben führen können. Wenn die Impfung funktioniert, kann ich sagen, ich war dabei. Gestern waren es 55 Menschen, heute sind es 53 und dann ist der Impfstoff aus. Aber wir sind ja schon froh, dass wir überhaupt impfen können." Hans-Werner Felkel, BRK Nordschwaben

Probleme mit den Spritzen

Gerade mal ein Dutzend Ampullen lagern am Morgen noch bei sechs Grad im mannshohen Kühlschrank. Aus jeder zieht er fünf Spritzen mit den vorgeschriebenen 0,3 Millilitern Wirkstoff auf. Er dürfte eine sechste aufziehen, doch mit den 2-Milliliter-Spritzen, die vom Ministerium zur Verfügung gestellt werden, klappe das nicht so richtig. Diese seien zu ungenau.

Impfzentrum Donauwörth: Theoretisch mehr Impfungen möglich

Mit Insulinspritzen könnte allein heute ein Dutzend Menschen mehr geimpft werden. Diese Spritzen haben die Donauwörther beim Ministerium jetzt angefordert. Bislang hat der Landkreis Donau-Ries wöchentlich knapp 500 Dosen Impfstoff bekommen – für Klinikpersonal, Altenheime und die beiden Impfzentren zusammen.

Bei diesem Tempo könnte es noch Monate dauern, bis allein die rund 9.000 Landkreisbürger über 80 Jahren geimpft sind. Das macht Stefan Rößle (CSU), Landrat von Donau-Ries, nachdenklich: "Wir müssen so viel Impfstoff bestellen wie möglich und den Impfstoff dann auch so schnell wie möglich an die Zielgruppen verimpfen. Zugleich müssen wir um Verständnis bitten, dass nicht alle gleichzeitig zum Zug kommen können. Fatal wäre, wenn wir in den Impfzentren zu lange brauchen würden, wenn wir den Impfstoff nicht wegbekämen." Mehr könne er letztendlich nicht machen, meint Rößle.

Im Impfzentrum Donauwörth könnten täglich doppelt so viele Menschen geimpft werden wie aktuell – und das an sieben Tagen in der Woche. Dazu bräuchte es aber mehr Impfstoff. An diesem Tag sind alle 53 Impfwilligen erschienen, die einen Termin hatten. Alle haben sich die Spritze auch verabreichen lassen. Vorher musste jede und jeder von ihnen zum ärztlichen Aufklärungsgespräch.

Der Wunsch nach einem normalen Leben

"Die meisten Leute sind positiv eingestellt, ich habe keine kritischen Zwischenfragen bekommen, ich habe nicht großartig streiten müssen", sagt der Arzt Jochen Hackenberg von der Donau-Ries Klinik Donauwörth. "Ich glaube, es waren alle glücklich mit ihrem Impfstoff."

Die Hoffnung auf mehr Sicherheit überwiegt die Skepsis bezüglich der Nebenwirkungen. Der Wunsch nach einem "normalen Leben" ist hier im Impfzentrum Donauwörth deutlich zu spüren.

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