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Kampf gegen Borkenkäfer: Ehrenamtlicher Helfer gesucht | BR24

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Die Nadelwälder in der Region Frankenwald und dem bayerischen Vogtland leiden unter dem Borkenkäfer. Um der Plage Herr zu werden setzt das Landwirtschaftsamt Münchberg nun auf Ehrenamtliche, die Förster unterstützen sollen.

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Kampf gegen Borkenkäfer: Ehrenamtlicher Helfer gesucht

Borkenkäfer haben in diesem Jahr bereits überdurchschnittlich viele Bäume befallen. Im Landkreis Hof sucht man deshalb ehrenamtliche "Waldläufer". Sie unterstützen die Förster bei der Suche nach frischem Käferbefall.

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Im Kampf gegen den starken Borkenkäferbefall in den Nadelwäldern von Frankenwald und bayerischem Vogtland setzt das Landwirtschaftsamt Münchberg jetzt auch auf Ehrenamtliche. "Waldläufer" mit "ausreichend Zeit und guten Grundkenntnissen über Bäume und Gegend" sollen sich melden, um Waldbesitzer und Förster bei der Suche nach frischem Befall zu unterstützen.

Borkenkäferkontrolle alle zwei bis vier Wochen

Den Freiwilligen wird ein Gebiet zugewiesen, das sie alle zwei bis vier Wochen auf Borkenkäfer kontrollieren sollen. Dafür bekommen die Freiwilligen eine Einweisung durch das Landwirtschaftsamt. Bei der Aktion machen fünf Gemeinden im Landkreis Hof mit: Schwarzenbach am Wald, Selbitz, Köditz, Oberkotzau und Regnitzlosau. Es haben sich bereits vereinzelt Interessenten gemeldet, die ersten beiden sind bereits im Einsatz.

Hauptamtliche Kräfte kommen nicht mehr hinterher

Das Landwirtschaftsamt Münchberg kommt bei der Borkenkäferkontrolle mit den hauptamtlichen Kräften nicht mehr hinterher, obwohl derzeit neben den sieben Revierleitern noch vier Forstfachkräfte zusätzlich im Einsatz sind. Das Amtsgebiet umfasst knapp 35.000 Hektar Privat- und Kommunalwald, zum Großteil mit besonders gefährdeten Fichtenbeständen.

Neue Käfergeneration innerhalb von einem Monat

Laut Landwirtschaftsamt kämpfen Waldbesitzer und Forstunternehmer derzeit mit allen Kräften gegen die Käfer. Sie versuchen, das befallene Holz zeitnah aufzuarbeiten und aus dem Wald zu bringen, noch bevor die Käfer erneut ausfliegen und neue Bäume befallen. Bei hochsommerlichen Temperaturen kann sich innerhalb eines Monats jeweils eine neue Käfergeneration entwickeln.

Überdurchschnittliche viele Fichten befallen

Die Forstleute rechnen auch in diesem Jahr erneut mit einer Massenvermehrung der Borkenkäfer. Der milde Winter und die warmen Temperaturen im Frühjahr sorgten dafür, dass bereits zum ersten Schwärmflug im Mai überdurchschnittlich viele Fichten befallen wurden. Schon 2019 waren nach Angaben des Landwirtschaftsamts Münchberg in dessen Zuständigkeitsbereich weit über 1000 Waldbesitzer vom Borkenkäfer betroffen. Bei vielen davon schreitet der Befall jetzt weiter voran, obwohl sie kaum die Aufarbeitung des Schadholzes von 2019 abgeschlossen haben.

Holzpreise in Deutschland eingebrochen

Wegen der großflächigen Waldschäden in Deutschland sind die Holzpreise überdies eingebrochen – der aktuelle Verkaufswert für Fichtenholz "geht gegen Null", so das Amt. Umso wichtiger sei es jetzt, befallene Bäume zu finden und aufzuarbeiten. Die Förster appellieren auch an die Waldbesitzer selbst, ihren Pflichten nachzukommen und ihre Fichtenbestände in regelmäßigen Abständen auf Borkenkäfer zu kontrollieren und befallene Bäume schnell aus dem Wald zu nehmen.

© BR / Sandra Jozipovic

Borkenkäfer haben in diesem Jahr bereits überdurchschnittlich viele Bäume befallen. Im Landkreis Hof sucht man deshalb nun nach ehrenamtlichen "Waldläufern", die die Förstern bei der Suche nach frischem Käferbefall unterstützen.