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Bildrechte: BR/ Florian Regensburger

Einmal monatlich liefern die Malteser im Unterallgäu Lebensmittelpakete an arme Menschen aus, die älter sind als 65 und nicht mehr mobil. Dieses Angebot weiten die Malteser nun aus. Die Hemmschwelle der Bedürftigen, um Hilfe zu bitten, ist groß.

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Kampf gegen Altersarmut: Malteser liefern Lebensmittelpakete

Einmal monatlich liefern die Malteser im Unterallgäu Lebensmittelpakete an arme Menschen aus, die älter sind als 65 und nicht mehr mobil. Dieses Angebot wollen die Malteser nun ausweiten, denn die Bedürftigkeit vieler alter Menschen wächst.

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Von
  • Florian Regensburger
  • Veronika Scheidl

Der Malteser Hilfsdienst bietet in Mindelheim und Umgebung bereits seit einigen Jahren im kleineren Umfang die "Pakete gegen Armut im Alter" an. Einmal im Monat liefern ehrenamtliche Helfer Lebensmittelpakete an Menschen über 65 Jahre, die arm und nicht mehr mobil sind. Dieses Angebot weiten die Malteser aber nun aus, denn der Bedarf werde immer größer, sagt die katholische Hilfsorganisation.

Lebensmittelpakete für arme alte Menschen

"Angestrebt wird, dass am Anfang fünf bis zehn Empfänger dazukommen", erklärt Malteser-Sprecherin Christiane Martini. Man gehe davon aus, dass in der Region dann bis zu 50 Menschen mit den Paketen versorgt werden. "Nach oben gibt es eigentlich keine Grenze. Es müssen natürlich genügend Ehrenamtliche auch da sein, um die Touren zu fahren."

Der Dienst sei als Ergänzung zur örtlichen Tafel gedacht, sagt Martini. Die Pakete enthalten Grundnahrungsmittel wie Mehl, Nudeln oder Reis, aber auch frische Produkte wie Brot, Obst und Gemüse. Die Lieferung erfolgt immer zum Monatsende, weil dann erfahrungsgemäß bei vielen Bedürftigen das Geld knapp werde.

Hemmschwelle der Bedürftigen ist groß

Jeder fünfte Mensch über 65 in Bayern ist laut den Maltesern von Armut betroffen. Auf dem Land sei die Not genauso da wie in den Städten, sie werde nur noch weniger gezeigt als beispielsweise in der Stadt, aufgrund der oftmals fehlenden Anonymität. Die Hemmschwelle, um Hilfe zu fragen, sei entsprechend hoch.

Dem wolle man nun mit öffentlichen Aushängen etwa in Apotheken oder im Einzelhandel entgegenwirken, erklärt Malteser-Sprecherin Martini weiter. Bedürftige sollten so animiert werden, sich bei den Maltesern zu melden.

Familienministerium unterstützt soziale Projekte

Die Ausweitung des Lebensmittelpakete-Angebots wird im Rahmen des Malteser-Projekts "Miteinander-Füreinander: Kontakt und Gemeinschaft im Alter" möglich, welches vom Bundesfamilienministerium gefördert wird. Insgesamt sieben Millionen Euro stellt das Ministerium dafür bis 2024 deutschlandweit zur Verfügung. Neben den Lebensmittelpaketen im Unterallgäu profitieren von dem Fördergeld viele weitere Malteser-Projekte wie zum Beispiel Besuchs- und Begleitungsangebote für Senioren.

Malteser suchen noch ehrenamtliche Helfer

Im Unterallgäu habe man bei der Malteser-Vertretung in Mindelheim eigens eine neue Kraft angestellt: Ramona Rottach arbeite dort künftig als Projektreferentin "Miteinander-Füreinander" und als Mitarbeiterin Soziales Ehrenamt. Senioren, die Bedarf an einem Lebensmittelpaket haben, aber auch Interessierte, die sich als ehrenamtliche Helfer engagieren möchten, können sich bei den Mindelheimer Maltesern melden.

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