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HIV-Schnelltest
© dpa-Bildfunk/Andreas Arnold
© dpa-Bildfunk/Andreas Arnold

HIV-Schnelltest

Laut dem bayerischen Gesundheitsministerium leben auch im Freistaat noch immer zu viele Menschen mit HIV, ohne es zu wissen. Zwischen einer Infektion mit dem Virus und einer Diagnose beim Arzt können häufig Jahre vergehen.

Ansteckung mit Aids: Besonders junge Leute gefährdet

Deshalb sei es wichtig, sich testen zu lassen, so Gesundheitsministerin Melanie Huml, CSU. Denn nur wer rechtzeitig wisse, dass er sich infiziert hat, könne sich und andere schützen. Die Gesundheitsministerin ruft insbesondere junge Leute zu einem konsequenten Schutz vor der Immunschwächekrankheit Aids auf:

"Das Risiko einer HIV-Ansteckung darf nicht unterschätzt werden. Aids ist zwar mittlerweile behandelbar, aber noch immer nicht heilbar. In der Altersgruppe der 20- bis 35-Jährigen ist die Infektionsrate besonders hoch." Gesundheitsministerin Melanie Huml, CSU

HIV-Infektionen werden zu spät erkannt

Experten zufolge erfahren rund 20 bis 30 Prozent der Betroffen erst im sogenannten Aids-Stadium, dass sie das HI-Virus in sich tragen. Infolge solcher Spätdiagnosen seien auch die Behandlungsaussichten der Immunschwächekrankheit weniger günstig. Der Freistaat hat allein im aktuellen Haushalt 2018 rund 3,7 Millionen Euro bereitgestellt, um HIV weiter einzudämmen.

HIV-Testwoche 2017: Drei von 1.103 Proben positiv

Die HIV-Testwoche wird vom Bayerischen Zentrum für Prävention und Gesundheitsförderung (ZPG) im Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) koordiniert. Während der Testwoche im vergangenen Jahr hat es in Bayern insgesamt 1.103 HIV-Tests gegeben, drei davon waren positiv.

In der Regel erfolgt nach einem Beratungsgespräch die Blutentnahme aus einer Armvene. Das Testergebnis wird nach fünf bis sieben Tagen persönlich mitgeteilt. Eine schriftliche Bestätigung des Testergebnisses sei aufgrund der anonymen Testung nicht möglich, so die Gesundheitsämter.

11.700 Bayern leben mit HIV

Einer aktuellen Schätzung des Robert Koch-Instituts zufolge haben sich 2017 in Bayern rund 340 Menschen neu mit dem HI-Virus infiziert – darunter etwa 280 Männer und 60 Frauen. Insgesamt lebten in Bayern Ende 2017 mehr als 11.700 Menschen mit dem HI-Virus.