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Kaiser, Ritter, Augsburger: Sonderausstellung zu Maximilian I. | BR24

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Am 15. Juni eröffnet die Sonderausstellung zu Maximilian I. in Augsburg. BR-Reporterin Veronika Scheidl war bei den Vorbereitungen dabei.

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Kaiser, Ritter, Augsburger: Sonderausstellung zu Maximilian I.

Kein anderer Kaiser hat im Stadtbild von Augsburg so viele Spuren hinterlassen: Maximilian I. hatte vor 500 Jahren eine ganz besondere Beziehung zu der Reichsstadt. Dieser widmet sich jetzt eine Sonderausstellung mit wahren Raritäten.

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Er gehört zu den schillerndsten Herrscherfiguren der Renaissance, "letzter Ritter" oder "Schuldenkaiser" sind seine Spitznamen: Kaiser Maximilian I. herrschte im 16. Jahrhundert über das römisch-deutsche Reich, das sich von Flandern bis zur Ostsee, über das heutige Tschechien bis nach Triest und von der ligurischen Küste bis zu den französischen Alpen erstreckte. Mitten drin: Die Reichsstadt Augsburg, zu welcher der österreichische Monarch aus dem Hause Habsburg eine ganz besondere Beziehung hatte.

Warum ausgerechnet Augsburg?

Dass Kaiser Maximilian I. mit der Stadt am Lech so eng verbunden war, hat verschiedene Gründe: Für den Herrscher war Schwaben territorial betrachtet wichtig und von Augsburg aus hatte er einen guten Überblick, wie sich die Städte im Süden des Reiches entwickeln. Doch nicht nur schnöde Geopolitik trieb den Habsburger nach Schwaben: Laut Historiker Rolf Kiessling zog es Maximilian I. nach Augsburg, weil ihm die Urbanität dort gefiel. Die Architektur der Gebäude, der Kleidungsstil der Bürger, Kunst und Literatur in der Stadt – Maximilian I. hielt sich gern in Augsburg auf.

Mit Virtual Reality ins Spätmittelalter

Dieses Augsburg zu Zeiten von Maximilian I. zeichnet jetzt eine Sonderausstellung im Augsburger Maximilianmuseum nach: Die Besucher können sich selbst auf die Spuren des Monarchen begeben. Die einstige Reichsstadt war ein wichtiges Zentrum für Kunst, Kultur und weltweiten Handel. Eigens für den Kaiser wurde damals zum Beispiel der Alte Einlass konstruiert, das einstige Nacht-Tor der Stadt. Wie dieses Tor aussah, wie aufwändig es für die Bürger war, Einlass zu bekommen, das können Besucher interaktiv nacherleben. Möglich macht das moderne Technik: Mit einer Virtual-Reality-Brille können sie sich ins spätmittelalterliche Augsburg versetzen.

Nie gezeigte Exponate

Außerdem zeigt die Ausstellung eine Reihe an Raritäten, die bisher noch nirgends zu sehen waren. Monatelang hat das Museumsteam um Kunsthistorikerin Heidrun Lange-Krach nach den einzelnen Exponaten gesucht, zum Beispiel nach einem über 500 Jahre alten Tranchier-Besteck des Kaisers. Die filigran gearbeiteten Messer und Gabeln mit kristallenen Griffen befinden sich heute im Besitz eines Sammlers aus Wales – und werden in Augsburg zum ersten Mal ausgestellt.

Handschuhe made in Augsburg

Ein weiteres Highlight wartet nur wenige Meter weiter auf die Besucher: die Handschuhe von Kaiser Maximilian I., gefertigt von einem Augsburger Plattner. Kuratorin Lange-Krach deutet begeistert auf die filigran gearbeiteten Fingergelenke aus Stahl und vergoldetem Messing.

"Das ist wirklich unglaublich, wie viel Präzision da drinnen steckt. Abgesehen davon, dass Maximilian sie anhatte (…), ist das ein umwerfendes Objekt, das die Qualität zeigt, welche Augsburg in dieser Zeit geliefert hat an die europäischen Königshäuser." Kuratorin Heidrun Lange-Kracht

Bis Mitte September läuft die Sonderausstellung – und setzt Kaiser Maximilian 500 Jahre nach seinem Tod ein würdiges Denkmal.