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© BR/Michael Buchner
Bildrechte: Feuerwehr Wildenberg

In Wildenberg im Kreis Kelheim hält ein kleines Känguru Feuerwehr und Polizei in Atem. Jeder Einfangversuch scheiterte bisher. Woher das Tier kommt ist unklar.

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Känguru im Landkreis Kelheim auf der Flucht

Im Landkreis Kelheim ist ein Känguru gesichtet worden. 50 Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr versuchten es einzufangen - scheiterten aber. "Es war zu schnell", sagte ein Polizeisprecher. Jetzt wartet man auf die nächste Gelegenheit.

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Von
  • Andreas Wenleder
  • Michael Buchner
  • BR24 Redaktion

Es ist ein ungewöhnlicher Alarm, der am Sonntag bei Kommandant Christoph Hirsch eingeht. Er und seine Kameraden von der Feuerwehr Wildenberg im Landkreis Kelheim sollen ein entlaufenes Känguru einfangen, bittet die Polizei. Passanten hätten es im Gemeindebereich gesehen.

"Das Känguru hat wahnsinnig viel Kraft"

Die Feuerwehr macht sich auf die Suche und findet das Tier mit Hilfe einer Wärmebildkamera in einem Rapsfeld: Und tatsächlich - es ist ein Känguru. Doch das Beuteltier springt davon, ausgerechnet Richtung Bundesstraße. "Das war der Polizei zu gefährlich", sagt Hirsch. Das Tier soll nicht auf die vielbefahrene Straße getrieben werden.

Drei Nachbarfeuerwehren aus den Ortschaften Nierderumelsdorf, Schweinbach und Ludmannsdorf sind inzwischen zur Unterstützung eingetroffen. Der Plan: Das Tier von der Bundesstraße wegtreiben und einkreisen. "Wir sind nur bis auf zwei Meter rangekommen, nicht näher", sagt Hirsch. Das Känguru habe "wahnsinnig viel Kraft" und sei als Fluchttier in einem Waldstück nicht zu fangen gewesen, so der Kommandant. Der Einsatz wird schließlich von der Polizei abgebrochen.

Keiner vermisst das Känguru

Schon mehrmals war das Tier in den vergangenen Tagen rund um Wildenberg gesehen worden. Es habe einen gesunden und wohlgenährten Eindruck gemacht, sagt Hirsch. Wo das Tier herkommt, ist weiterhin unklar. Ein nahegelegener Vogelpark, der Kängurus hält, vermisse das Tier nicht und auch sonst gibt es keinen Hinweis auf die Herkunft, teilt die Polizei in Mainburg mit. "Keiner vermisst das Känguru", sagt Dienststellenleiter Martin Wuchterl.

Das Tier könne zwar wohl gut in freier Wildbahn zurechtkommen, trotzdem müsse es gefangen werden, sagt Wuchterl. Die nahe Bundesstraße sei eine zu große Gefahr. Hier könne das Tier Verkehrsteilnehmer gefährden. Zeugen, die das Tier sehen, sollten sich deshalb melden, sagt Wuchterl.

Tierärztin soll Känguru betäuben

Ein erneuter Einfangversuch müsse dann aber gut geplant werden. Da das Einkreisen am Sonntag nicht geklappt habe, wolle man beim nächsten Mal eine andere Taktik anwenden, sagt Feuerwehr-Kommandant Hirsch. Man habe Kontakt zu einer Tierärztin aufgenommen, die ein Betäubungsblasrohr besitzt. Damit seien Kängurus wohl am besten zu fangen. Auch Hirsch hofft, dass dem Beuteltier in der Zwischenzeit nichts passiert. "Nicht, dass sich in der Jagdsaison noch ein Jäger verschießt", sagt Hirsch.

Feuerwehr freut sich über den Einsatz

Für die Feuerwehren war der ungewöhnliche Einsatz aber keineswegs vergebens. In einer Zeit ohne Übungen und gemeinsame Treffen sei es schön gewesen, wieder einmal so viele Feuerwehrler zusammen zu sehen. "Mit strahlenden Augen", sagt Hirsch. "Es war ein willkommener Anlass für einen Waldspaziergang am Sonntagnachmittag."

Und das Känguru? "Vielleicht lebt es jetzt glücklich in den Rapsfeldern der Region", sagt Polizist Martin Wuchterl. Groß beeindruckt scheint es von dem sonntäglichen Einfangversuch der Helfer aber nicht zu sein. Bereits am Montag habe ein Wildenberger das Känguru schon wieder vorbeihoppeln sehen, sagt Christoph Hirsch.

© Feuerwehr Wildenberg

Polizei und Feuerwehr sind auf der Suche nach einem Känguru - sachdienliche Hinweise an die PI Mainburg.

© Feuerwehr Wildenberg

Drei Nachbarfeuerwehren aus den Ortschaften Nierderumelsdorf, Schweinbach und Ludmannsdorf waren beteiligt.

© Feuerwehr Wildenberg

So einen Einsatz hat man nicht alle Tage - "Känguru im Rapsfeld".

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