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Kälteeinbruch pünktlich zu den Eisheiligen: Winzer leiden | BR24

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In vielen Teilen Bayerns gab es in der Nacht Bodenfrost oder es hat sogar geschneit. Ein Härtetest für viele junge Pflänzchen und die Winzer in den fränkischen Weinbaugebieten.

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Kälteeinbruch pünktlich zu den Eisheiligen: Winzer leiden

Die Eisheiligen haben für Abkühlung in Bayern gesorgt: In der Nacht auf Dienstag bescherte ein Temperatursturz Minusgrade. Zum Teil lag am Morgen sogar Neuschnee. Der Bodenfrost bereitet vor allem Winzern Probleme.

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Eisige Temperaturen Mitte Mai - ein Kälteeinbruch an den Eisheiligen ist laut Bauernregel nichts Ungewöhnliches. Mittlerweile tritt das Phänomen jedoch nicht mehr so regelmäßig wie früher auf, sagt BR-Wetterexperte Michael Sachweh:

"Im Zuge des Klimawandels, seit den Neunziger Jahren ist es eigentlich immer seltener geworden. Insofern ist es heutzutage ein sehr ungewöhnliches Ereignis, dass es jetzt Mitte Mai nochmal Schnee gibt und sogar Nachtfrost, wir hatten ja zum Teil Minus vier Grad in Franken.“ BR-Wetterexperte Michael Sachweh

Schuld an der Eiseskälte: Polarluftströme

Besonders unbeliebt ist der nächtliche Bodenfrost im Frühjahr bei Obstbauern und Winzern. Sie bangen um ihre Ernte. In Unterfranken hat der Frost vergangene Nacht die Winzer zum Teil schwer getroffen.

Gerald Baldauf vom Weingut Baldauf in Ramsthal im Landkreis Bad Kissingen spricht von einer "Vollkatastrophe" und Ausfällen von 80 bis 100 Prozent in seinen Weinbergen.

"Wir sind jeden Tag draußen in den Weinbergen gewesen und haben an den Reben rumgepflockt, wie man so schön sagt, dass jedes Triebchen schön einzeln steht und das ist jetzt alles in einer Nacht wieder mal kaputt gegangen." Winzer Gerald Baldauf

Beim Versuch, die Weinstöcke gegen den Frost zu schützen, werden die Winter kreativ. Viele greifen zu Frostschutzkerzen oder entzünden Feuer in ihren Weinbergen. Dann hilft nur Abwarten. Der Schaden an den Reben wird erst im Laufe des nächsten Tages sichtbar, sagt der Volkacher Winzer Christian Müller:

"Wenn die Blätter braun werden, dann sind logischerweise die späteren Trauben auch kaputt, und das ist das Problem. Die Rebe wird wieder grün, schaut wieder aus wie ganz normal, aber eben mit minimalstem Ertrag." Winzer Christian Müller

Nebel schützt vor Bodenfrost

Glück hatte dagegen die Weinbaugemeinde Retzstadt im Main-Spessart: Dichter Nebel in den frühen Morgenstunden hat dort wohl größere Schäden verhindert – denn Nebel erschwert das Absinken kalter Luft zum Boden.

Auch die Obstbauern am Bodensee sind erleichtert: Nach einigen Frostnächten im April sind sie diesmal glimpflich davongekommen. In Friedrichshafen lagen die Temperaturen auch in der Nacht über null, so ein Sprecher der Marktgemeinschaft Bodenseeobst.

Auf Nummer sicher gehen wollte der Besitzer einer Christbaum-Plantage im niederbayerischen Landkreis Passau: Er entzündete in der Nacht mehrere größere Feuer aus Angst vor Frostschäden. Dabei hat er es wohl etwas übertrieben: Es kam zu einer starken Rauchentwicklung, besorgte Anwohner alarmierten die Polizei.

In Teilen Frankens und der Oberpfalz kann es auch in der Nacht auf Mittwoch noch einmal Bodenfrost geben, warnt BR-Wetterexperte Sachweh. Gute Aussichten gibt es für das Wochenende: Mit der kalten Sofie enden am Freitag die Eisheiligen – und dann soll es laut Meteorologen auch wieder wärmer werden.

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