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Justiz Coburg prüft: Wie kam Lauge ins Bier? | BR24

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Zu Beginn der Woche hat die Franken Bräu in Mitwitz angeblich verunreinigtes Bier zurückgerufen. Nun hat sich herausgestellt, dass das Reinigungsmittel, das in einer Flasche nachgewiesen wurde, nicht aus dem Abfüllbetrieb stammt.

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Justiz Coburg prüft: Wie kam Lauge ins Bier?

Der Fall um verunreinigtes Bier der Franken Bräu in Mitwitz beschäftigt die Staatsanwaltschaft Coburg. Wie die Behörde bestätigt, will sie klären, wie Reinigungsmittel in das Pils kamen, mit dem sich ein Verbraucher an das Landratsamt gewandt hatte.

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Ein Bier der Brauerei Franken Bräu aus Mitwitz (Landkreis Kronach) soll mit Lauge verunreinigt sein - nun landet der Fall bei der Justiz. Die Staatsanwaltschaft Coburg werde ihn prüfen, bestätigte ein Sprecher der Behörde am Donnerstag. Es wird zu klären sein, wie Reste eines Reinigungsmittels in das Pils kamen. Ein Gutachten des Landratsamtes hatte am Vortag ergeben, dass keine Verbindung mit der Lauge nachweisbar sei, die die Brauerei nutzt. Der Geschäftsführer von Franken Bräu vermutet deshalb, dass jemand absichtlich das Bier verunreinigte. "Da will uns jemand gezielt schaden", sagte Rainer Mohr.

Schaden von rund 100.000 Euro

Vergangene Woche hatte sich nach Darstellung des Landratsamtes ein Verbraucher mit der verunreinigten Bierprobe an die Behörden gewandt. Die Brauerei rief daraufhin nach eigenen Angaben 30.000 Flaschen zurück. Das bedeutete rund 100.000 Euro Verlust, schätzte der Geschäftsführer Rainer Mohr.

Unterstützung durch Anwalt

Ob es wirklich Manipulation war, wisse er nicht, erklärte Rechtsanwalt Robert Scholz vom Bayerischen Brauerbund, bei dem Franken Bräu Mitglied ist. "Aber ich habe so das Gefühl, dass irgendwas gar nicht stimmt." Er riet Mohr, dagegen vorzugehen. Der Geschäftsführer von Franken Bräu nahm sich nun einen Anwalt. Er wollte Anzeige bei der Polizei erstatten, wie er mitteilte.

Brauereichef vermutet Sabotage

In den vergangenen Wochen war die Brauerei nach Mohrs Angaben schon mehrfach sabotiert worden. Im Mai war in der Brauerei eingebrochen worden und Unbekannte hatten Verschraubungen der Enthärtungsanlage aufgedreht, so dass Wasser auslief, so Mohr. Auch auf dem Kronacher Freischießen Mitte August habe es bewusste Manipulation an seinen Ständen gegeben: unter anderem seien die Kohlensäurezufuhr für die Zapfhähne abgedreht und Stecker für die Kühlung gezogen worden. Ob es einen direkten Zusammenhang zwischen den Fällen und der gefundenen Natronlauge gebe, könne er schwer einschätzen sagte Mohr.