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Junges Theater lädt zu "Fortschritt" durch Forchheim ein | BR24

© Junges Theater Forchheim/Steffen Lechner

Wegen Corona gibt das Junge Theater Forchheim derzeit keine Vorstellungen im eigenen Haus. Trotzdem gibt es für das Publikum ein Angebot: einen Spaziergang durch die Stadt unter dem Titel "Fortschritt". Der Ton kommt aus dem Kopfhörer.

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Junges Theater lädt zu "Fortschritt" durch Forchheim ein

Wegen Corona gibt das Junge Theater Forchheim derzeit keine Vorstellungen im eigenen Haus. Trotzdem hat es für das Publikum ein Angebot vorbereitet: einen Spaziergang durch die Stadt unter dem Titel "Fortschritt". Der Ton kommt aus dem Kopfhörer.

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Der Künstlerische Leiter des Jungen Theaters Forchheim, Lorenz Deutsch, verteilt Kopfhörer an die Teilnehmer des Spaziergangs durch die Stadt. Neben den Kopfhörern bekommen sie auch desinfizierte Audio-Player. Alle Teilnehmer drücken auf das gelbe Viereck, dann geht es los. Aus dem Kopfhörern kommen erste Informationen:

"Bitte folge den Anweisungen, die Du zu hören bekommst, halte außerdem die geltenden Abstandsregelungen und sonstige einschlägig bekannte Hygieneregeln ein."

Der "Fortschritt" durch Forchheim führt zu historischen Orten

Die Gruppe läuft schweigend und lauschend durch Forchheims Strassen. Die Teilnehmer des Spaziergangs erfahren Historisches zu bestimmen Orten – wie bei einer Stadtführung. Eine Kinobetreiberin und eine Ladenbesitzerin erzählen von der Corona-Pandemie und den Auswirkungen auf ihr Geschäft.

Während der Pest trugen Ärzte in Forchheim einen "Schnabel"

Und es geht immer mal wieder um die Maske: Die Maske im Theater, der Mund-Nasen-Schutz oder die schnabelförmige Maske während der Pest-Pandemie. Damals trugen Ärzte einen solchen "Schnabel":

"Dieser diente dem Arzt nicht nur als Abstandshalter zu Patienten, sondern hatte noch einen weiteren praktischen Zweck. Da man der Meinung war, die Pest übertrage sich durch die üble Luft – den sogenannten Pesthauch –, stopfte man in den Maskenschnabel einen mit zahlreichen wohlduftenden Essenzen durchtränkten Schwamm. Somit veredelte man die Atemluft."

Etwa eine Stunde dauert der unterhaltende, nachdenklich machende, aber auch amüsante Rundgang. Hin und wieder werden die Teilnehmer für kurze Zeit selbst zu Darstellern.

Theaterleute glauben fest an die Kultur auch in Corona-Zeiten

Die Idee für den Audio Spaziergang "Fortschritt" kam den Machern vom Jungen Theater während des Lockdowns. Janet Siering hat das neue Format zusammen mit Martin Borowski und Lorenz Deutsch konzipiert und getextet.

"Ich denke, das Corona wird uns noch eine ganze Weile begleiten und dass wir jetzt was haben, was auch unter Abstandsbedigungen funktioniert. Trotzdem hat man ein bisschen Unterhaltung. Kultur ist, glaube ich, eine sehr wichtige Sache." Janet Siering, Junges Theater Forchheim

Das Junge Theater will im Oktober wieder mit dem Spielbetrieb im Haus starten. Das Theater hat Platz für 120 Zuschauer. Wegen Corona dürfen dann nur etwa 30 Zuschauer kommen. Ob das kleine Theater Corona übersteht? Ja, zumindest bis Ende des Jahres, haben die Verantwortlichen des Trägervereins ausgerechnet. Eigentlich waren größere Investitionen in Technik und Renovierungsarbeiten geplant. Das Geld wird nun gebraucht, um über die Runde zu kommen.

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