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Junger Storch aus Neu-Ulm sucht Heimat | BR24

© BR/Torsten Thierbach

Eigentlich sollte der junge Storch, der in Neu-Ulm von seinen Eltern aus dem Nest gestoßen wurde, schon lange in einer Aufzuchtstation sein. Doch obwohl es dem Vogel gut geht, hat er noch keine neue Heimat.

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Junger Storch aus Neu-Ulm sucht Heimat

Verstoßen, gefunden und aufgepäppelt - trotzdem gibt es für einen kleinen Storch in Neu-Ulm noch kein Happyend. Der verstoßene Vogel sollte eigentlich schon lange in einer Storchen-Station ausgewildert werden, doch daraus wurde bislang nichts.

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Anfang Mai hatte das Storchenpaar in Neu-Ulm eines seiner Jungen aus dem Nest geworfen. Die Eltern waren offenbar davon ausgegangen, dass sie den kleinen Storch wegen der damals dürren Versorgungslage nicht durchbringen würden. Der Biologe Wolfgang Gaus nahm den verstoßenen Nachwuchs bei sich auf und versorgte ihn.

Kein Platz in Storchenstation

Bereits vor zwei Wochen sollte der kleine Storch dann in eine Storchenstation an den Bodensee umziehen, um dort bei Ersatzeltern groß zu werden. Doch daraus wurde bislang nichts, die Station in Salem ist voll und kann keinen Nachwuchs mehr aufnehmen. Jetzt stolziert der inzwischen 1,20 Meter große Vogel lautstark durch den Garten der Familie Gaus. Ziehvater Wolfgang durchforstet täglich Internetseiten und telefoniert herum, um ein passendes Ausweich-Quartier zu finden.

Storch gehört nicht in den Garten

Im Neu-Ulmer Stadtteil Finningen hatten dieses Jahr zum ersten Mal seit 70 Jahren wieder Störche gebrütet. Im Nest auf dem Pfarrhaus der Sankt-Mammas-Kirche erblickten im Mai vier Jungtiere das Licht der Welt. Das verstoßene Storchenkind lebt jetzt seit insgesamt fünf Wochen bei der Familie Gaus im Garten, inzwischen in einer eigenen Voliere. Doch "ein Storch ist natürlich kein Haustier. Man darf den nicht zu sehr an die menschliche Obhut gewöhnen", sagt Wolfgang Gaus. Der Storch sollte seine natürlichen Reflexe haben und sein natürliches Leben leben können.

Kein Zurück ins Storchen-Nest

Und einfach wieder ins elterliche Nest kann er auch nicht zurück: "Dann würden die beiden Geschwister versuchen, fluchtartig das Nest zu verlassen. Sie können noch nicht richtig fliegen und da wäre das Unglück vorherprogrammiert", betont Gaus.