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Junge Mutter in Plattling getötet - Täter bekommt lebenslänglich | BR24

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Bildrechte: BR/Sarah Beham

Für die Bluttat an einer jungen Frau auf einem Parkplatz in Plattling ist dem Lebensgefährten der Prozess gemacht worden. Vor dem Landgericht Deggendorf wurde er nun wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt.

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Junge Mutter in Plattling getötet - Täter bekommt lebenslänglich

Ein 29-jähriger Mann muss wegen Mordes lebenslang in Haft, so das Urteil in einem Mordprozess um eine tödliche Messerattacke auf eine junge Mutter in Plattling. Der Mann tötete die Frau mit einem Küchenmesser. Ihr Kind musste die Tat mit ansehen.

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Von
  • BR24 Redaktion
  • Sarah Beham

Im Mordprozess um eine tödliche Messerattacke auf eine Junge Mutter in Plattling im Kreis Deggendorf ist das Urteil gefallen. Der Lebensgefährte, der die damals 20-Jährige vor den Augen des gemeinsamen Kindes getötet hat, ist zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden.

Verteidiger forderte zehn Jahre

Der Richter am Landgericht Deggendorf begründete das Urteil damit, dass der Angeklagte aus niedrigen Beweggründen gehandelt hatte. Mit dem Mord sicherte er sich seine Macht über sein Opfer, so der Richter. Das Mordmerkmal der Grausamkeit sei hingegen nicht erfüllt. Deshalb wurde auch die besondere Schwere der Schuld nicht festgestellt.

Der Verteidiger hatte in seinem Plädoyer am vergangenen Freitag eine zehnjährige Haftstrafe wegen Totschlags gefordert, der Staatsanwalt hatte auf Mord sowie die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld plädiert.

Messerattake auf Plattlinger Parkplatz

Schon vor der Urteilsverkündung weinte der Angeklagte. Auch die Mutter des Opfers, die Nebenklägerin, rang mit sich. Tränen liefen über ihr Gesicht. Der 29-jährige Mann hat seine damalige Lebensgefährtin im vergangenen August auf einem Parkplatz in Plattling erstochen - vor den Augen des gemeinsamen, damals acht Monate alten Kindes. Die 20-jährige Frau wollte sich von ihm trennen und besuchte ihn daher in der Imbissbude auf dem Parkplatz in Plattling, wo er arbeitete.

Opfer sei selbstbestimmte Frau mit eigenem Willen gewesen

Wie der Richter sagte, sei sie zu einer selbstbestimmten Frau geworden, mit eigenem Willen. Sie habe die Kontrollen, den Anspruch auf Fremdbestimmung und die eifersüchtigen Vorwürfe des 29-Jährigen nicht mehr ertragen. "Er stach zu, weil er merkte, dass er seine Kontrolle über sein Opfer verloren hatte", so der Richter. Nach der Tat soll der Mann gerufen haben: "Lasst sie verrecken, die Schlampe, sie hat mich betrogen."

Angeklagter leidet unter Depressionen

Zum Prozessauftakt im Februar hatte der Angeklagte ein Geständnis abgelegt und sich erklärt. Er sei 2013 von Afghanistan nach Deutschland gekommen, fühle sich seitdem alleine und leide unter Depressionen. Zur Tatzeit im August 2020 sei er alkoholisiert gewesen.

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