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Junge Flüchtlinge bei Pflegefamilien | BR24

© picture-alliance/dpa

Symbolbild Familie

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    Junge Flüchtlinge bei Pflegefamilien

    Große und kleine Hürden – wie schlechte Deutschkenntnisse oder eine Umstellung von Essgewohnheiten – müssen sowohl die Flüchtlinge, als auch ihre Pflegefamilien überwinden. Ein Kraftakt, der es etwa der Familie Philip in Mittelfranken wert ist.

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    "Wir haben Neuland betreten. Das war ein Stück weit ein Wagnis.", gibt Susanne Philip zu. Das Wagnis hat sie auf sich genommen und zusammen mit ihrem Ehemann Karl-Heinz entschieden, einen 17-jährigen afghanischen Flüchtling aufzunehmen. Ein Gewinn für beide Seiten, wie sie findet.

    Neues Zuhause gefunden

    Das Ehepaar Philip lebt zusammen mit ihrer 18 Jahre alten Tochter in Rednitzhembach. In ihr Zuhause nahmen sie Jamal (Name geändert) als Pflegesohn auf. Sein Schicksal ist hart: Der Bruder ist tot und die Eltern gelten seit seiner Flucht im November 2014 als vermisst. Im vergangenen Jahr im April schaffte es Jamal aus seiner Heimat in der afghanischen Provinz Wardak nach Nürnberg.

    Eingelebt im neuen Heimatort

    Nicht in ein Heim oder eine Wohngruppe, sondern lieber in eine Pflegefamilie – das war für Jamal eine klare Entscheidung. "Bei Pflegeeltern, da lerne ich viel schneller Deutsch. Im Heim bin ich wieder nur unter Afghanen", erklärt er seine Wahl. Inzwischen geht er in die 9. Klasse der Mittelschule, danach möchte er Verkäufer werden. Ein Hobby hat Jamal auch gefunden – er spielt Fußball in der B-Jugend des örtlichen Vereins. In seiner Heimat habe er nur im eigenen Garten Sport getrieben. "Denn das Haus zu verlassen, war gefährlich. Überall lauerten die Taliban", erzählt er.

    Pflegefamilien sind eher selten

    Junge Flüchtlinge, die alleine nach Deutschland kommen, finden meistens einen Platz in Heimen oder Wohngruppen mit bis zu zehn Mitgliedern, sagt Elisabeth Schröder. Sie ist in der Clearingstelle der Rummelsberger Diakonie für unbegleitete Flüchtlinge zuständig.