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Noch keine 30 - aber schon im Würzburger Stadtrat: Bei der Kommunalwahl vor einem Jahr sind einige Neulinge in das Gremium gewählt worden. Ihre größten Herausforderungen: Alles unter einen Hut bekommen und ernst genommen werden.

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Jung, politisch, fränkisch: Newcomer im Würzburger Stadtrat

Noch keine 30 – aber schon im Würzburger Stadtrat: Bei der Kommunalwahl vor einem Jahr sind einige Neulinge in das Gremium gewählt worden. Ihre größten Herausforderungen: Alles unter einen Hut bekommen und ernst genommen werden.

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Von
  • Carolin Hasenauer
  • BR24 Redaktion

Vor genau einem Jahr durften die Wähler bei den Kommunalwahlen ihre Kreuzchen setzen. Von den 50 Mitgliedern im Würzburger Stadtrat sind 31 wiedergewählt worden. Der Oberbürgermeister ist auch derselbe wie die sechs Jahre zuvor, nämlich Christian Schuchardt (CDU). Die Würzburgerinnen und Würzburger scheinen eine beständige und treue Wählerschaft zu sein. Gleichzeitig sind aber auch einige Neulinge in den Stadtrat eingezogen, die seit einem Jahr frischen Wind in das Gremium bringen. Mit ihnen beträgt das Durchschnitts-Alter des Stadtrats in Würzburg jetzt 53,06 Jahre.

Schimmer: "Alles unter einen Hut bringen"

Eine von ihnen ist die 22-jährige Rena Schimmer. Während ihre Mitstudierenden wohl das Frühlingswetter genießen, sitzt die Jurastudentin entweder als Mitglied der CSU-Fraktion in der Stadtratsitzung, in einem der sechs Ausschüsse oder zwei Beiräte, denen sie angehört, oder bereitet die Sitzungen inhaltlich vor – ganz schön zeitintensiv. "Studium, studentische Hilfskraft, Stadtrat plus Ehrenamt: Ich habe schon den Anspruch, alles in einer gewissen Qualität leisten zu können – sonst hätte ich nicht kandidiert. Klar, man investiert seine Freizeit. Andere gehen auf den Fußballplatz, ich in den Stadtrat. Aber ich mach das gerne. Dafür investiere ich gerne meine Freizeit", sagt Schimmer. Sie ist das jüngste Mitglied im Würzburger Stadtrat.

Mack: "Unsere Generation muss Entscheidungen ausbaden"

Ähnlich sieht das Konstantin Mack. Der 24-jährige Master-Student engagiert sich seit zehn Jahren bei den Grünen in und für Würzburg. "Jetzt nach so vielen Jahren die Möglichkeit zu bekommen, da mitzumachen, wo die Entscheidungen getroffen werden – dafür bin ganz dankbar. Dass ich die Verantwortung bekommen habe." Noch keine 30 Jahre alt und schon im Stadtrat: Da ist er in Würzburg nicht der Einzige. Allein in seiner Fraktion, bei den Grünen, sitzen drei weitere in seinem Alter. "Wir sind ja die Generation, die unmittelbar alle Entscheidungen, die heute getroffen werden, ausbaden müssen in 40 oder 50 Jahren. Wir haben dadurch glaube ich nochmal eine andere Art, Politik zu machen", so der Nachwuchs-Politiker.

Dürr: "Gegensätze machen Diskussionen demokratisch"

Auch Anna-Maria Dürr (Die Linke) sitzt zum ersten Mal im Würzburger Stadtrat. Dass frischer Wind dem Gremium gut tut, davon ist sie überzeugt: "Es wird mehr demokratisch diskutiert. Es wäre ja nicht so gewesen, wenn wir diese Gegensätze nicht hätten. Aber Diskussionen machen die Welt demokratischer. Und da spürt man, dass es sehr wichtig ist, dass wir junge Leute mit im Stadtrat dabei haben."

Nachwuchs-Politiker mussten sich Respekt im Stadtrat erarbeiten

Ein Jahr nach der Kommunalwahl haben sich die Jungen und die Alteingesessenen wohl aneinander gewöhnt. Doch: "Am Anfang mussten wir uns alle den Respekt erkämpfen, dass wir ernst genommen werden. Den Anspruch haben wir alle, dass wir der Verantwortung jetzt nachkommen, das Amt möglichst gut auszufüllen und das Beste für die Stadt draus zu machen."

Junge Stadträte wachsen mit ihren Aufgaben

Das bedeutet vor allem ganz schön viel Zeit investieren, die Bürokratie der Stadtverwaltung verstehen und sich vernetzen. Für die Newcomer im Würzburger Stadtrat aber eine Win-Win-Situation, sagt Anna Maria Dürr: "Man wächst mit den Aufgaben. Denn es ist schon ein Unterschied, ob ich auf dem Podium stehe, wo ich nur die Linke vertrete oder ob ich im Stadtrat mit anderen Fraktionen zusammenarbeite – das ist demokratisch. Man sieht Gegensätze, aber auch Gemeinsamkeiten, sogar mit Fraktionen, bei denen man vorher dachte: Mit der kann man auf keinen Fall auf einen Nenner kommen. Das gibt ein gutes, solidarisches Gefühl, weil man am Ende einfach für die Stadt da ist."

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