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Jugendlichen bewusst angefahren? Staatsanwalt fordert Haftstrafe | BR24

© Norbert Steiche/BR-Mainfranken

Landgericht Schweinfurt

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    Jugendlichen bewusst angefahren? Staatsanwalt fordert Haftstrafe

    Er soll einen Jugendlichen im unterfränkischen Maßbach absichtlich mit dem Auto angefahren haben: Deshalb steht ein Mann in Schweinfurt vor Gericht. Nun fordert der Staatsanwalt eine Freiheitsstrafe und die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt.

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    Von
    • BR24 Redaktion
    • Norbert Steiche

    Vor dem Landgericht Schweinfurt muss sich ein 33-jähriger Mann verantworten, der unter anderem in Maßbach im Landkreis Bad Kissingen vorsätzlich einen 16-jährigen Jugendlichen angefahren haben soll. Im Prozess sind nun die Plädoyers gehalten worden. Die Staatsanwaltschaft hat für den Angeklagten eine Freiheitsstrafe von sechs Jahren und acht Monaten und die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt gefordert. Die Nebenklage schloss sich der Forderung der Staatsanwaltschaft an. Die Verteidigung will eine Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren erreichen, die dann zur Bewährung ausgesetzt wird.

    Jugendlicher soll 33-Jährigen provoziert haben

    Dem Angeklagten wird vorgeworfen, den 16-Jährigen am 1. Februar 2020 an der Tankstelle in Maßbach bewusst angefahren zu haben. Offenbar ließ sich der Angeklagte provozieren: Laut Anklageschrift hat der Jugendliche kurz vorher zweimal auf die Heckscheibe des 33-Jährigen geschlagen. Der Angeklagte soll den 16-Jährigen nach Angaben der Staatsanwaltschaft kurz darauf bei einer gezielten Kollision erfasst haben wollen.

    Vorwurf: 16-Jährigen absichtlich mit dem Auto erfasst

    Laut Anklageschrift setzte der heute 33-Jährige sein Auto zurück und fuhr mit Vollgas an. Er soll auf den 16-Jährigen und einen weiteren jungen Mann zugefahren sein. Der andere Mann konnte sich durch einen Sprung zur Seite retten, den 16-Jährigen fuhr der Angeklagte laut Staatsanwaltschaft von hinten an. Dabei soll der Jugendliche auf die Motorhaube geschleudert und neben dem Auto auf dem Boden aufgekommen sein. Im Anschluss soll der Angeklagte mit dem Hinterreifen einen Finger des Jugendlichen überfahren haben.

    Ohne sich um den Verletzten zu kümmern, soll der Angeklagte versucht haben, weiterzufahren. Der andere junge Mann soll das verhindert haben, indem er auf die Motorhaube sprang.

    Angeklagter soll Jugendliche gekannt haben

    Spätestens seit 2018 soll der Angeklagte gezielt den Kontakt zu den Jugendlichen gesucht haben, um mit diesen sexuelle Handlungen vorzunehmen. Ihm wird vorgeworfen, sich deren Bedarf nach Betäubungsmitteln sowie deren eingeschränkte wirtschaftlichen Verhältnisse zunutze gemacht zu haben, um seine sexuellen Bedürfnisse zu befriedigen.

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