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Jugendliche zwischen Schule, Leistungssport und Corona

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Jugendliche zwischen Schule, Leistungssport und Corona

Junge Leistungssportler müssen sich schon in normalen Zeiten zwischen Schule und ihrem Sport zerreißen. In Corona-Zeiten mit all den Regeln und Widrigkeiten ist dieser Spagat nochmal schwerer. Ein Blick in eine Sportschule in Nürnberg.

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Von
  • Daniel Peter

Dass in den Turnhallen der Bertolt-Brecht-Schule derzeit überhaupt Betrieb ist, verdankt sie einem Umstand: Die Schule gilt als eine der Elitesportschulen in Deutschland, sportliche Hoffnungsträger der nächsten Generationen werden hier ausgebildet. Doch trotz ihres Ausnahmestatus sind die Einschränkungen durch die Corona-Pandemie deutlich spürbar.

Sport im Online-Unterricht

Für die Schule als Ganzes sei es schwer, den Bereich "Sport" angemessen zu unterrichten. In die Turnhallen dürfen nämlich nur Mitglieder eines Landeskaders sowie Schülerinnen und Schüller von Sportschulklassen, alle anderen müssen draußen bleiben. So bleibt derzeit keine andere Alternative, als die Stunden online abzuhalten. Man versuche kreative Lösungen anzubieten, erzählt Schulleiter Harald Schmidt. Die Schülerinnen und Schüler müssten zum Beispiel mit vollen Wasserflaschen statt Gewichten Übungen absolvieren.

Schüler helfen Schülern

Unterstützung gibt es auch von Schülerinnen und Schülern selbst. Zum Beispiel von Juliane Möllers, Nachwuchstriathletin an der Schule, die in einem selbstgedrehten Video Anweisungen für Dehnübungen gibt. Die 16-Jährige hofft so, ihre Mitschülerinnen und -schüler zu animieren, sich zu bewegen, denn viele würden das in der aktuellen Situation kaum noch tun.

Ausnahmen für Ausnahmetalente

Ella Neve trainiert im Bereich Badminton und gehört zur Nachwuchssportelite. Sie darf deshalb zusammen mit ihren Kameraden in die Sporthalle. Die 16-Jährige ist sehr froh, dass sie hier noch trainieren kann. Ohne diese Möglichkeit würde sie "in ein Loch fallen", sagt sie. Dafür nimmt sie oft viel Fahrerei in Kauf. Der Schulunterricht mit ihren Mitschülerinnen und Mitschülern findet nämlich online zuhause statt. Daher pendelt die Schülerin manchmal mehrmals täglich von ihrer Heimat in die Oberpfalz nach Nürnberg – immerhin rund 40 Kilometer.

Besondere Coronaregeln

Für die Athleten im Bereich Badminton gelten besondere Regeln. Während des Trainings ist die 1,5-Meter-Abstandsregel ausgesetzt. Beim Auf- und Abbau der Netze und auch beim Umziehen wird darauf aber strikt geachtet, sagt Badminton-Trainer Lukas Gunzelmann. Außerdem muss in festen Gruppen trainiert werden – und über die Zusammensetzung der Gruppen wird akribisch Buch geführt.

Nachwuchs bleibt aus

Ähnlich sieht das beim Taekwondo aus. Auch hier können die Jugendlichen aus dem Landes- oder Bundeskader trainieren, weil sie zur Sportelite gehören. Sorgen mache jedoch die Nachwuchsförderung, sagt Haşim Çelik, Leiter des Bundesstützpunkts Taekwondo in Nürnberg. Die Basisarbeit in den Vereinen sei aber enorm wichtig um den Nachwuchs zu fördern, der später auch an der Sportelite-Schule weiter ausgebildet werden könnte. Ein weiteres Problem sei, dass Wettkämpfe nicht stattfinden würden. Derzeit sei es für die Schülerinnen und Schüler deshalb enorm schwierig, sich zu motivieren.

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