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Jugendliche verlassen nach Brückeneinsturz Klinik | BR24

© BR/Christine Haberlander

Eingebrochener Holzsteg in Schneizlreuth

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    Jugendliche verlassen nach Brückeneinsturz Klinik

    Eine Holzbrücke über den Weißbach bei Schneizlreuth hat unter dem Gewicht einer Gruppe Jugendlicher nachgegeben. Einige stürzten in den Bach und mussten ins Krankenhaus. Inzwischen sind sie wieder bei der Gruppe. Von BR-Autoren

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    Laut Polizei hatten sich rund 40 Jugendliche aus Hemau im Landkreis Regensburg am Ortseingang von Weißbach bei Schneizlreuth für ein Gruppenfoto auf die rund zehn Meter lange Brücke gestellt. Da gab diese plötzlich nach. Die Jugendlichen fielen oder rutschten rund eineinhalb Meter in den Bach hinab, der rund 30 Zentimeter tief ist. Sie gelangten zurück ans Ufer und fuhren wieder in ihr Quartier nach Inzell. Dort klagten mehrere Jugendliche über Schmerzen, sodass Rettungskräfte hinzugezogen wurden.

    Niemand schwer verletzt

    Mehrere Kinder und Jugendliche kamen zur Untersuchung in ein Krankenhaus, zehn konnten nach ambulanter Behandlung am Donnerstagabend wieder entlassen werden. Zwei weitere leicht verletzte Jugendliche konnten heute Vormittag ins Camp zurückkehren. Die Ärzte hatten sie über Nacht zur Beobachtung im Krankenhaus behalten.

    Die 10- bis 17-jährigen Oberpfälzer hatten in Inzell im Landkreis Traunstein an einem Jugendcamp teilgenommen. Sie gehören zur Jugendfußballgemeinschaft (JFG) Tangrintel aus Hemau, die derzeit in dem Camp eine Trainingseinheit absolviert.

    Vereinsvorsitzender erleichtert

    Der JFG-Vorsitzende, Anderas Kern, zeigte sich erleichtert, dass das Unglück so glimpflich ausgegangen ist. "Wir haben großes Glück gehabt, dass nicht mehr passiert ist", sagte er am Telefon dem Bayerischen Rundfunk. Der Weißbach ist an dieser Stelle zwar nur wenige Zentimeter tief. Im Bachbett liegen jedoch große Steine und Felsbrocken, an denen man sich schwer verletzen kann.

    Ermittlungen der Polizei laufen

    Die Polizei ermittelt jetzt, wie es zu dem Einsturz der Holzbrücke kommen konnte. Nach ersten Informationen war eine der Bohlen bereits ziemlich morsch. Die Untersuchungen sind aber noch nicht abgeschlossen. Die zusammengebrochene Holzbrücke auf dem Weg zu den Weißbachfällen ist nicht mehr zu begehen und mit einem roten Band abgesperrt.

    Bürgermeister schockiert

    Wolfgang Simon, der Bürgermeister von Schneizlreuth, äußerte sich am Vormittag geschockt zu dem Vorfall. Simon, der gerade im Urlaub ist und auf einer Bergtour war, ist zurück im Rathaus und hat bereits Kontakt zur Staatsanwaltschaft Traunstein, zur Polizei und zur Versicherung aufgenommen.

    Konsequenzen angekündigt

    Sämtliche Wanderwege und Brücken sollen jetzt kontrolliert werden, so der Bürgermeister. Erst im vergangenen Jahr seien Brücken und Stege in der Weißbachschlucht ausgetauscht sowie in der vergangenen Woche eine Brücke am Bahnwegerl in Weißbach erneuert worden. Trotzdem könne man nicht vollständig ausschließen, dass es Unfälle gibt. Am 21. September war laut dem Bürgermeister ein Termin mit der Bayerischen Versicherungskammer geplant, bei dem es um die Wegesicherung gehen sollte. Die Wanderwege seien seit 2014 versichert.

    "Trotz aller Bemühungen schaffen wir es nicht, alles sicher zu bekommen. Das wird auch vermutlich nie gelingen." Wolfgang Simon, Bürgermeister Schneizlreuth

    Appell an Wanderer

    Bei der kleinen Brücke, die jetzt eingestürzt ist, handelt es sich um einen schmalen Holzsteg, auf dem nur ein Mensch nach dem anderen gehen kann. Dieser abseits gelegene und auch wenig begangene Steg sei nicht dafür ausgelegt, dass sich eine größere Anzahl von Menschen darüber bewegt oder darauf steht, sagt Bürgermeister Simon. Er appelliert an die Wanderer, darauf zu achten, "was geht und was nicht geht".