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Jugendliche aus Friedberg erfindet Filter für Mikroplastik | BR24

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Beim Wäschewaschen lösen sich winzig kleine Kunststofffasern aus Kleidungsstücken - und landen später über das Abwasser in Flüssen und Meeren. Dass es auch anders geht, zeigt eine 15-Jährige aus Friedberg, die ein Filtersystem erfunden hat.

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Jugendliche aus Friedberg erfindet Filter für Mikroplastik

Beim Wäschewaschen lösen sich winzige Kunststofffasern aus der Kleidung. Dieses Mikroplastik landet über das Abwasser in Flüssen und Meeren. Um dies zu verhindern, hat eine 15-Jährige aus Friedberg eine preisgekrönte Erfindung gemacht.

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In den meisten Haushalten in Deutschland läuft die Wasch­maschine ein- bis zweimal in der Woche und das mehr­mals hinter­einander. So eine Umfrage der Stiftung Warentest. Woran viele dabei nicht denken: Beim Waschen lösen sich winzige Kunststofffasern aus synthetischen Textilien heraus. Diese können von Kläranlagen nicht oder nur teilweise herausgefiltert werden und landen in Flüssen und Meeren.

Erfindung zur Vermeidung von Mikroplastik

Doch wie bekommt man das Mikroplastik aus dem Waschwasser heraus? Dieser Frage ist Leonie aus Friedberg nachgegangen. Sie ist 15 Jahre alt und geht auf das Maria-Ward-Gymnasium in Augsburg. Im Rahmen eines Jugend-Forscht-Projekts hat das Mädchen monatelang getüftelt und schließlich eine beeindruckend einfache Lösung gefunden.

Wie längliche kleine Beutel sehen die Filter aus, drei Stück davon sind hintereinander als Einsatz im Ablaufrohr der Waschmaschine verbaut. Die Kunststoff-Beutel filtern zuverlässig Mikrofasern heraus, lassen aber trotzdem noch genügend Wasser durch. Das Material für die Filter gibt es dabei in jedem Baumarkt für ein paar Euro. Übrig bleibt im Filter dann ein Stück Faserfilz, der einfach im Hausmüll entsorgt werden kann.

Waschküche stand während Erforschung öfters unter Wasser

Bis das System optimal funktionierte, dauerte es eine Weile: "Ich hatte am Anfang Sieb-Einsätze, da war die Oberfläche viel zu klein. Dann habe ich ausgerechnet: Wie groß muss die Oberfläche denn sein?", sagt Leonie. Auch die Waschküche im Keller bei Leonie zu Hause stand etliche Male unter Wasser, bis der Filter schließlich konstruiert war. Die Mutter trug es mit Fassung: Sie ist stolz auf ihre Tochter und sie glaubt auch zu wissen, wieso sich Leonie so sehr für die Natur engagiert.

"Unsere Kinder haben viel draußen gespielt. Wir haben einen großen Garten mit zwei Apfelbäumen, mit einem Baumhaus; viel im Bach, viel im Meer, immer draußen. Wenn man viel draußen ist, dann weiß man auch, was man hat, an einem gesunden, schönen 'Draußen'." Mutter von Leonie

Bereits erste Bestellungen des Filtersystems für Mikroplastik

Den Bundespreis von Jugend Forscht im Bereich Umwelttechnik hat Leonie mit ihrem Mikroplastik-Filter schon abgeräumt. Aktuell ist sie sogar nominiert für den Deutschen Engagement-Preis. Da kann übrigens noch für sie gevotet werden. Demnächst ist Leonie dann auch beim Weltpfadfindertreffen in den USA und wird dort natürlich ebenfalls über Mikroplastik informieren. Das Mädchen mit dem blauen "Stop Microwaste"-T-Shirt hat noch große Ziele. Und erste Bestellungen von Freunden und Verwandten für ihren Mikroplastikfilter hat Leonie auch schon auf der Liste.