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Bildrechte: BR/Annalena Sippl

In Amberg findet eine Kunstaustellung mit Werken von Kindern und Jugendlichen aus Kunstschulen in ganz Bayern statt.

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Jugendkunstschultag: Ausstellung in Amberg eröffnet

Bemalte Fähnchen, bunte Skulpturen: Ambergs Altstadt gleicht seit Freitag einer Kunstgalerie. Im Rahmen des Jugendkunstschultags werden etliche Kunstwerke ausgestellt. Einige werden unvollendet gezeigt - aus gutem Grund.

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Von
  • Annalena Sippl

Viele bunte Wimpelketten ziehen sich seit Freitag in der Amberger Altstadt von Haus zu Haus: Auf jeder der rund 900 farbigen Stofffahnen prangt ein anderes Gemälde. Zeichnungen von Gesichtern, Menschen und Abstraktem, die hoch über den Köpfen der Passanten flattern und kaum zu übersehen sind.

Kunst von jungen Menschen

Diese Kunstwerke, die in der Stadt verteilt sind, wurden von Kindern und Jugendlichen verschiedener bayerischer Kunstschulen gemacht. Sie alle werden im Rahmen des 6. Jugendkunstschultags gezeigt, der vom Landesverband der Jugendkunstschulen und Kulturpädagogischen Einrichtungen Bayern e. V. (LJKE Bayern e.V.) ausgerichtet wird. Durch die große Ausstellung möchte der Verband Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit geben, ihren Blick auf die Welt und die Gesellschaft künstlerisch zu teilen.

Unvollendete Werke bewusst ausgestellt

Kuratorin Judith Bader, die im Vorstand des LJKE Bayern e. V. ist, betont die Probleme, die Kunstschulen durch die Corona-Pandemie hatten. Die meiste Zeit mussten sie geschlossen bleiben. Manche Werke für die Ausstellung blieben so unvollendet. "Wir haben uns ganz bewusst dafür entschieden, einige unvollständige Arbeiten auszustellen", so die Kuratorin. "Als Hinweis darauf, wie sehr die Kinder rausgezogen werden aus dem gesellschaftlichen Leben, dass sie an den Rand gedrängt werden und oft auch vergessen werden." Als Beispiel für unvollendete Werke nennt sie die hölzernen Silhouetten, die in der Amberger Schiffgasse am Ufer der Vils stehen.

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Kuratorin Judith Bader und LJKE-Vorstand Reinhard Kapfhammer neben Kunstwerken des Jugendkunstschultags

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Teils unvollendete Silhouetten am Ufer der Vils

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Bunte Wimpelketten über Ambergs Straßen.

Zwei weitere Ausstellungsorte in Amberg

Neben den Kunstwerken, die in der Altstadt verteilt sind, sind außerdem auch etliche Bilder und Skulpturen der jugendlichen Künstler aus ganz Bayern in der Stadtgalerie und im Luftmuseum in Amberg ausgestellt. Wegen der Corona-Pandemie können die Ausstellungen dort allerdings nur digital betrachtet werden. Der LJKE Bayern e. V. bietet deshalb ab dem 8. Mai 3D-Rundgänge durch die Museen und weitere Eindrücke auf seiner Website. Ob Besucher möglicherweise doch noch in die Galerien dürfen, sei abhängig von den Inzidenzwerten der Stadt, so Kuratorin Bader.

Kostenlose Teilnahme am virtuellen Fachtag

Der virtuelle Fachtag des LJKE Bayern e. V., der am Samstag stattfindet, ist ein weiterer Teil des Jugendkunstschultags. Auch diese Tagung muss wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr digital stattfinden. Kein Nachteil, wie LJKE-Vorstand Reinhard Kapfhammer meint: "Ich würde sagen, wir haben sogar mehr Anmeldungen als wir bei einem analogen Fachtag hätten. Es sind auch viele Teilnehmer dabei, die nicht aus Bayern sind."

Interessierte können kostenlos teilnehmen und sich hier anmelden. Neben verschiedenen Vorträgen werden dort die Themenbereiche Kunst und Bildung diskutiert und Fragen wie: Vor welchen aktuellen Herausforderungen stehen die Jugendkunstschulen aktuell?

"Hier hat das wunderbar geklappt"

Alle drei Jahre findet der Jugendkunstschultag samt Ausstellung und Fachtag in einer anderen bayerischen Stadt statt. Dass die Wahl dieses Mal auf Amberg fiel, hat gute Gründe: "Wir immer sehr gerne in etwas kleineren Kommunen. Denn dort ist es oft etwas einfacher, Veranstaltungen durchzuführen, bei denen man stark auf die Stadtverwaltung angewiesen ist", so Vorstandsmitglied Kapfhammer. "Hier hat das wirklich wunderbar geklappt, wir haben von Anfang an viele offene Türen gefunden."

Die bunten Kunstwerke werden in der Stadt und den Museen noch bis zum 6. Juni zu sehen sein.

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