Die Jugendherberge Regensburg auf dem Unteren Wöhrd. Das Haus mit rund 180 Betten stammt aus den 1930er-Jahren. Ein geplanter Neubau wurde 2020 zu Beginn der Corona-Pandemie auf unbestimmte Zeit verschoben.
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Die Jugendherberge Regensburg. Das Haus stammt aus den 30er-Jahren. Ein geplanter Neubau wurde 2020 auf unbestimmte Zeit verschoben.

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Jugendherbergen in Ostbayern: Kommt nach Corona ein Neubeginn?

Die Corona-Pandemie hat für die Jugendherbergen in Ostbayern einen tiefen Einschnitt bedeutet: In Niederbayern wurden drei Häuser geschlossen, der geplante Neubau in Regensburg ist vorerst abgeblasen. Jetzt stehen neue Entscheidungen an.

Das Jugendherbergswerk will in den kommenden Monaten über die Zukunft der Regensburger Jugendherberge entscheiden. Der Plan für einen Neubau des 180-Betten-Hauses war vor drei Jahren gestoppt worden. Weil wegen Corona die meisten Bauprojekte beim bayerischen Landesverband auf Eis gelegt wurden, gibt es jetzt einen Investitionsstau.

Drei Projekte in der Pipeline

"Im Moment ist nicht absehbar, ob wir im gewünschten Umfang bauen können – und ob das in absehbarer Zeit erfolgen kann", sagt Landesverbandssprecher Marko Junghänel. Neben dem Neubau in Regensburg stehen mit Oberstdorf und Berchtesgaden noch zwei größere Bauprojekte auf der Warteliste. Bei allen dreien ist die Finanzierung jedoch noch nicht gesichert. Im Frühsommer 2023 werde sich das Präsidium wieder mit dieser Frage befassen, heißt es.

Die Regensburger Jugendherberge mit mehr als 180 Betten liegt auf dem Unteren Wöhrd, einer Donauinsel mitten in der Stadt. Das Haus wurde in den 1930er-Jahren errichtet, die Ausstattung gilt als veraltet.

Kahlschlag in Niederbayern

Seit Beginn der Corona-Pandemie wurden in Ostbayern drei Jugendherbergen geschlossen, nämlich die Häuser in Haidmühle, Bayerisch Eisenstein und Ihrlerstein bei Kelheim. Auch die Jugendherberge Landshut sollte zum Jahresende dicht gemacht werden. Das wurde durch ein Bürgerbegehren verhindert. Der Stadtrat konnte einen entsprechenden Beschluss zum Erhalt des Hauses fassen, weil Landshut eine der letzten städtisch betriebenen Jugendherbergen in Bayern ist.

Neustart in Furth im Wald

Wiedereröffnet wurde dagegen im vergangenen Sommer die Jugendherberge in Furth im Wald. Das Haus war für vier Millionen Euro generalsaniert worden. Einen Teil der Kosten hatten der Landkreis Cham und der Freistaat getragen und so wohl die Schließung des Hauses verhindert. Nach Angaben des Jugendherbergswerks war die Sanierung des Hauses in Furth im Wald neben der Modernisierung einer Jugendherberge in München das einzige Bauprojekt, das in den vergangenen drei Jahren in ganz Bayern realisiert wurde.

Mit Material von dpa erstellt

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