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Jugendherbergen Bayerisch Eisenstein und Haidmühle schließen | BR24

© BR/Christian Riedl

Jugendherbergen werden geschlossen

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Jugendherbergen Bayerisch Eisenstein und Haidmühle schließen

Zwei Jugendherbergen im Bayerischen Wald müssen trotz gestiegener Übernachtungszahlen schließen. Für notwendige Renovierungen sei kein Geld da, heißt es. Betroffen sind die Herbergen in Bayerisch Eisenstein und in Haidmühle.

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Die Jugendherbergen in Bayerisch Eisenstein (Lkr. Regen) und Haidmühle (Lkr. Freyung-Grafenau) im Bayerischen Wald werden geschlossen. Zahlreiche Appelle verschiedener Politiker und des Betriebsrats an die Führung des Jugendherbergswerks sind mit der Entscheidung verpufft. Vor allem die Jugendherberge in Bayerisch Eisenstein hatte in den vergangenen Jahren ein deutliches Plus an Übernachtungen zu verzeichnen.

Schließungsgrund: Kein Geld für Renovierungen

Das Präsidium des bayerischen Landesverbands des Deutschen Jugendherbergswerks hat die Schließung in München besiegelt. Demnach können die beiden Einrichtungen noch bis Ende Oktober kommenden Jahres gebucht werden - am 31. Oktober werden die Jugendherbergen endgültig geschlossen. Als Grund nennt das Jugendherbergswerk die geringe Auslastung der beiden Häuser und die steigenden Kosten für Wartung und Instandhaltung. An beiden Standorten besteht Investitionsbedarf, der könne aber laut dem Jugendherbergswerk nicht refinanziert werden.

Schließung trotz gestiegener Übernachtungszahlen

Die Jugendherberge in Bayerisch Eisenstein hatte jedoch in den vergangenen Jahren ein deutliches Plus an Übernachtungen zu verzeichnen. Die Herberge ist die mit den meisten Übernachtungen im Bayerischen Wald. Auch in Haidmühle hatten in den vergangenen Jahren immer mehr Menschen die Jugendherberge gebucht. Deswegen hatten Politiker mehrfach gefordert, das Jugendherbergswerk solle die beiden Einrichtungen erhalten und einhergehend mit Sanierungsmaßnahmen die Kapazitäten verringern.

Konkrete Kritik an Jugendherbergswerk

Außerdem kritisieren Politiker, das Jugendherbergswerk ziehe sich immer mehr aus ländlichen Regionen zurück und investiere hohe Summen in städtische Einrichtungen. Unter anderem wurde in jüngerer Vergangenheit die Jugendherberge in Bayreuth neu gebaut (ca. 16 Millionen Euro) und in München sind über 30 Millionen Euro für eine neue Jugendherberge vorgesehen. Zuletzt hatte das Jugendherbergswerk im Bayerischen Wald unter anderem die Häuser in Lam (Lkr. Cham) und Mauth (Lkr. Freyung-Grafenau) geschlossen.

Weiter in Betrieb sind die Jugendherbergen in Waldhäuser und Saldenburg im Kreis Freyung-Grafenau, in Passau, in Furth im Wald und Waldmünchen im Kreis Cham und die Herberge Trausnitz in Landshut.

Jugendherbergswerk sieht "keine Alternative"

Das Jugendherbergswerk beteuert, auf eine bedarfsgerechte Ausgewogenheit zwischen Städten und ländlichen Regionen zu achten. In Ostbayern würden derzeit an drei Standorten insgesamt sechs Millionen Euro investiert. Vor dem Hintergrund, dass Ressourcen gebündelt werden müssten, habe es keine Alternative zur Schließung der Jugendherbergen in Haidmühle und Bayerisch Eisenstein gegeben, wird Klaus Umbach, Präsident des Jugendherbergswerks, in der Mitteilung zitiert.

© BR/Christian Riedl

Die Jugendherberge in Haidmühle muss Ende Oktober 2020 schließen