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Jugend- und Azubistreiktag von Verdi in Nürnberg und München | BR24

© dpa-Bildfunk/Bodo Schackow

Mit großen Aktionen verleihen heute die Azubis in Nürnberg und München den Forderungen der Gewerkschaft Ausdruck.

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    Jugend- und Azubistreiktag von Verdi in Nürnberg und München

    Der bundesweite Jugend- und Azubi-Streiktag der Gewerkschaft Verdi trifft heute auch Bayern: In Nürnberg und München sind Aktionen geplant.

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    In Nürnberg ist eine Aktion mit mindestens 400 Teilnehmenden aus Nordbayern und dem gesamten Freistaat geplant, in München kommen Verdi zufolge rund 150 Demonstranten zusammen. In der Landeshauptstadt ziehen die Auszubildenden am Vormittag vom DGB Haus zur Zentrale des Kommunalen Arbeitgeberverbands Bayern, sagte ein Verdi-Sprecher dem Bayerischen Rundfunk. In Nürnberg ist zunächst am Vormittag eine Kundgebung vor dem Nürnberger Nordklinikum geplant.

    Viele Azubis aus der Pflege erwartet

    Anschließend soll ein Demonstrationszug zum Rathaus führen, wo die jungen Verdi-Mitglieder der Stadt eine Übernahmeforderung überreichen wollen, so Mittelfrankens Jugend-Gewerkschaftssekretär Timo Klein. Anschließend soll eine Abschlusskundgebung auf dem Nürnberger Kornmarkt stattfinden. Kleins Worten zufolge wird ein Großteil der Demonstranten aus dem Bereich der Pflege kommen. Außerdem werden sich an dem Ausstand unter anderem Auszubildende von Verkehrsbetrieben und Energieversorgern, der Wasser- und Schifffahrtsämter und städtische Auszubildende beteiligen.

    Ärgerliche Auseinandersetzung wegen Streikrecht für Azubis

    In Nürnberg hatte es laut dem Gewerkschaftssekretär im Vorfeld des Warnstreiks eine Auseinandersetzung mit der Schulleitung des Centrums für Pflegeberufe (CfP) gegeben. Diese habe das Streikrecht nur für Auszubildende im Praxiseinsatz anerkannt, nicht aber für Azubis im Schuleinsatz. Verdi bezeichnet das als "Missachtung von Grundrechten der Auszubildenden" und will dem Centrum für Pflegeberufe am Klinikum Nürnberg deshalb eine mobile Toilette überreichen. Diese symbolische Geste solle darstellen, dass Schulleitung und Klinikvorstand offenbar "auf das Grundgesetz scheißen'", sagte Jugend-Gewerkschaftssekretär Timo Klein dem Bayerischen Rundfunk.

    Gefordert: Mehr Geld, Übernahme von Fahrtkosten, Corona-Zulage

    Die Verdi-Jugend fordert unter anderem die Erhöhung der Ausbildungsvergütungen und Praktikanten-Entgelte um 100 Euro monatlich. Darüber hinaus geht es um eine tarifvertragliche Regelung zur Übernahme von Auszubildenden und die Übernahme der Kosten eines ÖPNV-Tickets. Für Krankenhaus-Azubis fordert die Gewerkschaft eine Corona-Zulage: Die Pandemie habe gezeigt, dass der Fachkräftemangel insbesondere in den Krankenhausberufen gravierend sei. "Wer nun an Nachwuchskräften spart, wird die Krise noch verschärfen", so Landesjugendsekretär Maximilian Kadach. Weiter heißt es von Verdi, in Zeiten des Fachkräftemangels, sinkender Geburtenraten und des zunehmenden Wettbewerbs mit privaten Unternehmen seien die Arbeitgeber gut beraten in ihren Nachwuchs zu investieren.

    Auch Warnstreik am Klinikum Nürnberg

    Neben dem Jugend- und Azubi-Streiktag hat die Gewerkschaft Verdi für heute auch einen 48-stündigen Warnstreik für das Klinikum Nürnberg angekündigt. Vorstand, Chefärzte und Pflegedienstleitungen nannten das in einer Mitteilung übertrieben: "Dass die Beschäftigten zum jetzigen Stand der Verhandlungen aufgerufen werden, ihre Arbeit gleich über 48 Stunden niederzulegen, ist aus Sicht des Klinikums unverhältnismäßig." Die Reduzierung von Betten sei angesichts steigender Corona-Infektionszahlen aus ärztlicher Sicht fatal, kritisierte die Klinik weiter.

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