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Spaenle entsetzt über Hass-Mail gegen jüdische Menschen | BR24

© dpa/picture-alliance

Ist auf viele Demos gegen die Corona-Beschränkungen zu sehen: ein gelber Judenstern mit der Aufschrift "umgeimpft" (wie hier in Frankfurt/Main)

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    Spaenle entsetzt über Hass-Mail gegen jüdische Menschen

    Der Antisemitismusbeauftragte Ludwig Spaenle zeigt sich betroffen über eine Hass-Mail gegen den Vorsitzenden des Verbandes jüdischer Studenten. Darin wurden Juden als "pädophile Massenmörder" bezeichnet. Er hoffe, dass der Verfasser angeklagt werde.

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    "Über die Gewaltbereitschaft, die aus einer Hass-Mail gegen den Vorsitzenden des Verbandes jüdischer Studenten in Bayern spricht, bin ich tief entsetzt", erklärte am Mittwoch der Beauftragte der Bayerischen Staatsregierung für jüdisches Leben und gegen Antisemitismus, für Erinnerungsarbeit und geschichtliches Erbe, Ludwig Spaenle.

    "Wer den Opfern industriellen Massenmords durch das NS-Regime selbst Massenmord vorwirft, ist nicht bereit, die Fakten und die Wahrheit zu erkennen und für sich anzunehmen. Die E-Mail zeigt zudem Aktionswillen gegen Menschen jüdischen Glaubens." Ludwig Spaenle, Bayerns Antisemitismusbeauftragter

    Außerdem sagte Spaenle, er sorge sich, dass aus dieser Art virtueller Botschaften konkretes Handeln werden könne und hoffe, dass die Polizei den Verfasser dieses virtuellen Brandbriefs schnell ermittele und die Justizbehörden entsprechend Anklage erheben könnten.

    Polizei ermittelt wegen antisemitischer Hass-Mail

    Michael Movchin, Vorsitzender des Verbandes jüdischer Studenten in Bayern (VJSB), hatte Anzeige erstattet: Wegen der gegen ihn gerichteten antisemitischen Hass-Mail ermittelt die Polizei nun wegen Volksverhetzung und Beleidigung. Die betreffende Mail war am 1. Juni beim VJSB eingegangen.

    Juden als "pädophile Massenmörder" bezeichnet

    Der Absender mit dem Namen "antijude totdiesenmördern" bezeichnet darin Juden als "pädophile Massenmörder" und beschuldigt sie, über eine Milliarde Menschen getötet zu haben. Der unbekannte Urheber richtet sich explizit an den Verbandsvorsitzenden und nimmt dabei Bezug auf dessen privates Twitter-Konto. Michael Movchin hatte sich dort kürzlich positiv über die Entscheidung der Landeshauptstadt München geäußert, das Tragen von gelben "Judensternen" bei Demonstrationen gegen die Corona-Einschränkungen zu verbieten.

    Kommissariat für Staatsschutzdelikte ermittelt

    Der Verbandsvorsitzende sieht in dem Schreiben deshalb einen persönlichen Angriff und brachte den Fall zur Anzeige. Die Ermittlungen hat das für politisch rechts-motivierte Staatsschutzdelikte zuständige Kommissariat übernommen. Der VJSB hat nach eigenen Angaben rund 1.000 Mitglieder im Alter von 18 bis 35 Jahren in Bayern - der Schwerpunkt ist München.

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