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Jüdischer Friedhof in Laudenbach wird dokumentiert | BR24

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Es ist der Auftakt von mehreren Dokumentationen jüdischer Friedhöfe in Bayern: In Laudenbach wird der aktuelle Zustand des Friedhofs festgehalten.

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Jüdischer Friedhof in Laudenbach wird dokumentiert

Es ist der Auftakt von mehreren Dokumentationen jüdischer Friedhöfe in Bayern: In Laudenbach wird der aktuelle Zustand des Friedhofs festgehalten. Diese "Fleißarbeit" könnte etwa zwei Jahre dauern und bedarf auch der Unterstützung von Ehrenamtlichen.

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Momentan sind auf dem jüdischen Friedhof in Laudenbach 2.326 Grabsteine bekannt. Doch vermutlich waren es einmal rund 3.500 Steine. Mit der Zeit und auch durch den Einfluss der Natur sind einige umgefallen und irgendwann überwuchert. Inzwischen verwittern die Steine mit der Einwirkung von Feuchtigkeit und Frost immer mehr. Die Folge ist, dass Inschriften nicht mehr lesbar sind oder Platten mit der meist hebräischen Schrift abplatzen. Den aktuellen Zustand des Friedhofs will der Förderkreis der ehemaligen Synagoge Laudenbach nun dokumentieren.

Dokumentation mehrerer Friedhöfe in Bayern

Die Kunsthistorikerin Susanne Klemm soll die Laudenbacher bei der Dokumentation der Steine unterstützen. Dafür wurde beim Landesamt für Denkmalpflege im Schloss Seehof eine extra Stelle geschaffen. Über die zunächst auf drei Jahre ausgelegte Stelle soll Susanne Klemm die Dokumentation von mehreren jüdischen Friedhöfen in Bayern einleiten und organisieren. Der Friedhof in Laudenbach ist der Auftakt für die Reihe.

Digitale Karte des Friedhofs als Grundlage

Eine wichtige Grundlage für die Dokumentation hat bereits vor zwei Jahren der Student Andreas Maul geschaffen. Er hat für seine Bachelorarbeit an der Uni Bamberg am Lehrstuhl für digitale Denkmalerfassung eine Gräberkarte vom Laudenbacher Friedhof erstellt. Zentimetergenau hat Andreas Maul dafür das Gelände gescannt. In seiner digitalen Karte ist jeder Stein, jedes Grabmal, sogar jeder Baum erfasst. Die einzelnen Grabsteine hat er mit Nummern versehen. So ist die exakte Zahl der Steine und auch ihre Lage im Gelände bekannt.

Ausrüstung gibt es vom Amt für Denkmalpflege

Das Amt für Denkmalpflege stellt den ehrenamtlichen Helfern professionelle Kameraausrüstung zur Verfügung. Mit Hilfe der Gräberkarte von Andreas Maul soll der Förderkreis in seine Arbeit einsteigen. Für die Dokumentation wird jeder Grabstein vermessen und per Foto dokumentiert. Auch Besonderheiten sollen festgehalten werden – zum Beispiel ob der Stein eine Umrandung hat.

Fachleute werden die Dokumentation entschlüsseln

Sobald die Steine fotografiert sind, wird es die Aufgabe von sprach- und schriftkundigen Fachleuten sein, das Archiv zu entschlüsseln und die Schriften auszuwerten. Einiges kann dazu Georg Schnabel beitragen, der sich seit 30 Jahren um den jüdischen Friedhof kümmert, Führungen anbietet und auch viele Kontakt zu Hinterbliebenen unterhält, die aus Amerika oder Israel an diesen besonderen Ort gekommen sind.

Fleißarbeit für rund zwei Jahre

Der Fördervereinsvorsitzender Schirmer meint: "Wir werden vermutlich die nächsten zwei Jahre mit der Dokumentation beschäftigt sein". Noch sind es wenige ehrenamtliche Helfer, deshalb ist der Förderverein auf der Suche nach Freiwilligen. Aber zumindest habe der Verein bislang kein Geld für die Arbeit investieren müssen. Wenn der Auftrag über einen Fachbüro laufen würde, dann hätte laut Schirmer allein die Karte mehrere tausend Euro gekostet.

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