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Jubiläum für Lilith-Laden in Nürnberg | BR24

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2009 eröffnete Lilith - die Nürnberger Drogenhilfe speziell für Frauen - einen Second-Hand-Laden. Suchtkranke Frauen finden hier eine Arbeit. Trotz anfänglicher Zweifel: Der Second-Hand-Laden ist mittlerweile sehr beliebt.

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Jubiläum für Lilith-Laden in Nürnberg

Lilith - die Nürnberger Drogenhilfe speziell für Frauen - unterhält seit genau zehn Jahren einen Second-Hand-Laden in der Nürnberger Innenstadt. Und dieser Laden bietet weit mehr als nur Klamotten.

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Fast täglich werden hier Kleiderspenden abgegeben. Sie sind der Treibstoff für den Lilith-Laden in der Jakobstrasse mitten in Nürnberg. Dieser ist aber viel mehr als nur ein Second-Hand-Laden. Einerseits ist er Schnäppchen-Fundort. Andererseits aber generiert der Verkauf der gespendeten Jacken, Kleider, Handtaschen oder Schuhe viel Geld für die Arbeit von Litlith e.V – der Drogenhilfe für Frauen in Nürnberg.

Konzept wurde einst kritisiert

Stöbern, Kaufen und Gutes tun – das Konzept wurde 2009 noch sehr kritisiert. Die Befürchtung damals: Wer kauft schon gebrauchte Kleidung – und das auch noch von der Drogenhilfe? Heute – genau zehn Jahre später – entspricht ein Second-Hand-Laden dem Zeitgeist.

Mehr als nur ein Shop

In dem Lilith-Laden dürfen auch Frauen arbeiten, die noch Drogen konsumieren, erklärt Daniela Dahm, Geschäftsführerin von Lilith e.V. "Ziel ist es, dass sie den Konsum in den Griff kriegen, dass sie sich überwinden und dass sie sich ganzheitlich in den Griff kriegen", sagt Dahm. Die Frauen sollen im Laden ihre Kontaktfähigkeit trainieren und im Idealfall den Sprung in den ersten Arbeitsmarkt schaffen. "Aber wir sind auch schon zufrieden, wenn die Frauen in den zwei Jahren Basiskompetenzen lernen und es ihnen wieder einigermaßen gut geht", so die Lilith-Geschäftsführerin.

Für Sylvia war der Job die Rettung

Eine der Frauen, die hier eine Arbeit gefunden hat, ist Sylvia. Ihren Nachnamen möchte sie nicht nennen. Sie arbeitet seit fast einem Jahr im Laden und in der dazugehörigen Näh-Werkstatt. Mit der Unterstützung der zwei fest angestellten Verkäuferinnen, der Schneidermeisterin und der Dekorateurin hat sie schon viel über Präsentation, Verkauf und über die Textilbranche gelernt. Diese Arbeit sei für sie die Rettung gewesen – nicht nur finanziell. "Die Arbeit hat mir geholfen, wieder Tritt im Leben zu finden. Ich bin ein bisschen aus der Spur geraten. Das ist eine Maßnahme übers Arbeitsamt und das hat mir sehr gut getan", sagt Sylvia.

Neue Perspektiven

Diese Arbeitsplätze geben derzeit 14 Klientinnen neue Perspektiven. Sie erwirtschaften damit auch Geld für die Drogenhilfe-Arbeit von Lilith, die den süchtigen Frauen vor allem Schutzräume bietet, sie bei Bedarf auch berät und unterstützt. Das Konzept funktioniert so gut, dass auch das Job-Center diese Arbeitsmaßnahmen im Lilith-Laden finanziell mit unterstützt, erklärt Sibylle Luber vom Job-Center. "Lilith ist ein spezieller Träger, der gerade die Frauen auffängt, wo sie im Moment stehen, stabilisiert und sie damit wieder ein Stück an den Arbeitsmarkt heranführt ".