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Jubiläum: Die Musikakademie Hammelburg wird 40 | BR24

© BR/Carolin Hasenauer

Die Bayerische Musikakademie Hammelburg auf dem Gelände des ehemaligen Klosters.

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Jubiläum: Die Musikakademie Hammelburg wird 40

Ein Seminar über Zupfmusik oder eine Fortbildung im Dirigieren: Das Angebot an der Hammelburger Musikakademie ist breit. Als eine von drei Musikakademien in Bayern soll sie für möglichst viele Menschen Angebote schaffen.

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Ein Seminar über Zupfmusik oder eine Fortbildung im Dirigieren: Das Angebot an der Hammelburger Musikakademie ist breit. Als eine von drei Musikakademien in ganz Bayern soll sie für möglichst viele Menschen Angebote schaffen.

Freitagabend, halb sieben im Speisesaal der Musikakademie in Hammelburg. Für Christian Lang und Mathias Wehr beginnt gleich ein zweitägiges Seminar. "Ich glaube, die Goldprüfung habe ich gemacht, da war ich 15. Das war mein erstes Mal Hammelburg", sagt Lang. Heute, rund 20 Jahre später, sind er und Wehr selbst als Dozenten hier - als Dirigenten und Musikpädagogen. Musik ist für beide jetzt nicht mehr nur ein Hobby, sondern ihr Beruf. Und angefangen haben sie unter anderem hier in Hammelburg. "Ich glaube als Musiker, als ambitionierter Laienmusiker, kommt man an der Musikakademie Hammelburg nicht vorbei."

Vereine kommen seit 40 Jahren in die Musikakademie

Die Musikakademie Hammelburg kooperiert seit 40 Jahren mit Verbänden und Vereinen. So buchen dann etwa die Nordbayerische Bläserjugend, der Bund Deutscher Zupfmusiker oder der Verband Bayerischer Sing- und Musikschulen die Räumlichkeiten der Akademie. "Größtenteils dient unser Haus als Begegnungsstätte für Verbände und Vereine für Fort- und Weiterbildungen oder zur Vorbereitung auf Konzerte. Das Praktische: Sie müssen sich nicht um Verpflegung und Übernachtung kümmern", sagt Kuno Holzheimer, Künstlerischer Leiter der Musikakademie Hammelburg. Für die Verbände ist das ein großer Gewinn: Die Mitglieder kommen meist aus einem großen Einzugsgebiet, Proberäume sind rar und teuer.

Träger sind Freistaat und öffentliche Förderer

Die Musikakademie Hammelburg wird als Projekt des Bayerischen Kultusministeriums gefördert und finanziert. 50 Prozent trägt der Freistaat, den Rest teilen sich die fränkischen Bezirke, der Landkreis Bad Kissingen und die Stadt Hammelburg. Bad Kissingens Landrat Thomas Bold: "Eben weil man erkannt hat, dass diese Landesmusikakademien für die Verbände ganz wichtige Fortbildungsinstitutionen sind. Andere Bundesländer haben ja auch nachgezogen – und entstanden ist es mal in Hammelburg."

Laienmusik profitiert: hohes Niveau möglich

Ihren Anfang nahmen die Musikakademien nämlich im September 1980 in den Räumen des Klosters Altstadt bei Hammelburg. Vier Jahre später wurde eine weitere Akademie in Marktoberdorf im Allgäu gegründet und schließlich 1999 eine dritte bei Regensburg. Für die Musiklandschaft in Bayern ein großer Gewinn, sagt Kultusminister Bernd Sibler. Durch die Berufsmusiker und Musikpädagogen, die für die Maßnahmen zur Verfügung stehen, sei es möglich, ein "unglaublich hohes Niveau bei der Laienmusik" zu erreichen.

Ein Konzept, das nach wie vor boomt: Für 2020 hatten die Akademien eigentlich Rekordanmeldungen verzeichnet. Wegen der Coronakrise konnten viele Kurse nicht realisiert werden. Die Nachfrage zeige aber, so Sibler, dass das Konzept zukunftsfähig ist.

Investitionen für die Zukunft

Und deshalb investieren die Verantwortlichen: Als die Franziskaner ihr Kloster 2014 verlassen mussten, erwarb die Musikakademie Hammelburg die denkmalgeschützte Klosteranlage. Und in nur zwei Jahren Bauzeit konnten die sanierten Räumlichkeiten der Musikakademie im Juni 2019 eröffnet werden. "Das ist natürlich ein tolles Projekt, das große Strahlkraft hat", freut sich Landrat Bold.

Musik und Vernetzung

Im Kurs "Dirigentenassistenz" von Christian Lang und Mathias Wehr haben die Teilnehmenden schon im Musiksaal in einem großen Stuhlkreis Platz genommen – natürlich coronakonform. Sie alle sind Mitglieder im Nordbayerischen Musikbund. Aus Kürnach, Frammersbach und Schweinfurt sind sie nach Hammelburg gefahren. Die nächsten zwei Tage geht es ums Dirigieren. Aber wer einmal da war, kommt auch für andere Kurse wieder, sagt Dozent Christian Lang: "Man setzt sich abends zusammen, tauscht sich aus." Neben der Musik sei das eben auch wichtig: "Die soziale Vernetzung, aber analog."

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