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© BR / Achim Wendler
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JU Bayern will Bundestagswahl aufarbeiten

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JU-Treffen in Deggendorf: "Leider viel zu wenig schwarz"

Die JU Bayern will die Bundestagswahl aufarbeiten. Die Union hat bei den Jungwählern viele Stimmen verloren. Der Vorsitzende der JU Bayern, Christian Doleschal, setzt auf einen Generationenwechsel – allerdings nur bei der CDU.

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Von
  • Achim Wendler

Wenn die Junge Union es ernst meint, kann ihre Landesversammlung in Deggendorf durchaus schmerzhaft werden. Der Nachwuchs will die Bundestagswahl aufarbeiten. Für den Landesvorsitzenden Christian Doleschal ist klar, die junge Wählergeneration sei "leider viel zu wenig schwarz". In der Tat haben CDU und CSU auch bei den Jungwählern einen dramatischen Einbruch erlitten: Nur jeder Zehnte der Unter-25-Jährigen gab seine Stimme der Union, vor vier Jahren war der Anteil mehr als doppelt so hoch.

Davon profitierten Grüne und FDP, die bei den Jungwählern deutlich vorn lagen. Besonders die 21 Prozent, die ihre Stimme der FDP gaben, machen Doleschal zugleich Hoffnung: "Da ist einiges für uns zu holen!"

Ruf nach Generationenwechsel - in der CDU

Wie soll das gelingen? Der Europaparlamentarier Doleschal, dessen Wiederwahl zum JU-Chef als sicher gilt, glaubt die Antwort zu kennen: durch einen Generationenwechsel. "Next Generation" ist das Treffen in Deggendorf überschrieben. Ergänzt um eine Formel, die schon sehr nach FDP klingt: "mutig, frei, selbstbestimmt". Es gehe ihm um "weniger Staat und mehr auch wirtschaftliche Freiheit", sagt Doleschal.

Wunschkandidaten: Spahn und Linnemann

Allerdings richtet sich Doleschals Ruf nach einem Generationenwechsel weniger an seine CSU, sondern an die Schwesterpartei: Er wünsche sich, "dass die CDU sich erneuert und ein Stück weit den Generationenwechsel einleitet". Namen? Auf Nachfrage nennt Doleschal Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und Carsten Linnemann, den Vorsitzenden der Mittelstandsunion.

Von Spahn ist bekannt, dass er daran arbeitet, Armin Laschet als CDU-Chef nachzufolgen. Linnemanns Ehrgeiz geht jedenfalls so weit, dass er dafür wirbt, den künftigen Vorsitzenden durch eine Mitgliederbefragung zu finden. Vor einer Woche tauchte Linnemann beim CSU-Geburtstagsempfang für Edmund Stoiber in München auf und tauschte sich eifrig mit der jüngeren CSU-Elite aus.

"CSU pur" in Deggendorf

Insofern ist bemerkenswert, dass die JU Bayern weder Spahn noch Linnemann zu ihrer Landesversammlung nach Deggendorf eingeladen hat. Gar kein Christdemokrat kommt vorbei, abgesehen von Tilman Kuban, dem Bundesvorsitzenden der Jungen Union, der ein Grußwort an die Bayern richten wird. "CSU pur" gebe es diesmal bei der JU, sagt Doleschal. Am Samstag kommen CSU-Chef Markus Söder, sein Stellvertreter Manfred Weber und Landtagspräsidentin Ilse Aigner. Von ihnen möchte der JU-Chef gern hören, wie man "auch in Bayern wieder zur schwarzen Null kommen" könne. Wie die Digitalisierung geschafft und der Wohlstand erhalten werden könnten.

Ist die CSU jung genug?

Ob die CSU selbst tatsächlich jung genug ist, sei dahingestellt. Nur zwei ihrer 45 Bundestagsabgeordneten sind in der JU. Das entspricht vier Prozent der CSU-Landesgruppe. In der gesamten neuen Unionsfraktion liegt der Anteil der JU-Mitglieder immerhin bei gut sechs Prozent. Aber auch das bleibt weit unter der Juso-Quote der SPD-Fraktion: Ganze 23 Prozent ihrer Abgeordneten zählen zum Nachwuchs. "Kühnerts Chaos-Truppe", stichelt Doleschal in Anspielung auf den früheren Juso-Chef Kevin Kühnert, der inzwischen stellvertretender Parteichef und jetzt auch Bundestagsabgeordneter ist.

Eines der beiden JU-Mitglieder in der CSU-Landesgruppe ist die oberfränkische Abgeordnete Emmi Zeulner. Sie will sich nicht beeindrucken lassen von der Jugendlichkeit der SPD-Fraktion. Die Junge Union sei weiterhin der größte Jugendverband bundesweit – "losgelöst davon, wie wir in den Parlamenten vertreten sind". Das stimmt zwar. Es scheint aber die jungen Wählerinnen und Wähler nicht in großer Zahl überzeugt zu haben.

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