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Job-Voraussetzung Schwindelfreiheit: "Zapfenpflücker" im Allgäu | BR24

© BR/Viktoria Wagensommer

Zapfenpflücker klettern auf Nadelbäume, um an deren Samen zu kommen, denn die sind wichtig für die Aufforstung.

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Job-Voraussetzung Schwindelfreiheit: "Zapfenpflücker" im Allgäu

Mehrere Tonnen Tannenzapfen werden innerhalb weniger Tage in Oberstaufen im Oberallgäu geerntet. Zapfenpflücker klettern dazu auf Nadelbäume, um an deren Samen zu kommen, denn die sind wichtig für die Aufforstung.

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Nach den Stürmen der vergangenen Jahre ist Aufforstung besonders wichtig. Die Förster müssen viele neue Bäume pflanzen und großziehen.

Gefährlicher Job im Baum

Baumklettern ist gefährlich, jeder Handgriff muss sitzen. Das Pflücken auf Schönwettertage zu verschieben geht allerdings nicht, denn die Zapfen sind nur wenige Tage genau richtig reif. "Das ist wie eine riesige Blume, die man Pflücken darf und das macht Freude", sagt Zapfenpflücker Thomas Bellgardt.

Er klettert bis zum Wipfel in rund zwanzig Metern Höhe, denn nur dort sind die Zapfen. Einfach unten warten bis sie samt Saatgut nach unten fallen, geht nicht. "Das kommt leider nicht von alleine runter, weil der Tannenzapfen ja am Baum zerfällt und somit das Saatgut dann nicht verloren wäre, das wär im Wald, aber wir könnten es halt nicht an die Baumschulen weitergeben", sagt Roman Prestele von der Forstbetriebsgemeinschaft Oberallgäu e.V.

Jede Region braucht spezielles Saatgut

Nur solange die Zapfen noch grünlich und fest verschlossen sind, tragen sie den Samen in sich. Thomas Bellgardt und seine Kollegen müssen in unterschiedlichen Höhenzonen Zapfen pflücken. Denn jede Region braucht spezielles Saatgut, sonst bleibt der Wald nicht widerstandsfähig. "Wenn wir jetzt eine Flachland-Tanne hier ins Gebirge nehmen, kann es passieren, dass die erfriert, weil die ja eine ganz andere Frost-Empfindlichkeit hat aufgrund ihrer Herkunft. Wenn ich gesunde, vitale Bäume und einen stabilen Wald haben will, dann brauch ich Bäume, die dieser Herkunft gerecht werden", sagt Prestele.

Ziel: Neue Bäume für die Region

Aus den rund drei Tonnen, die die Zapfenpflücker ernten, lassen sich etwa 300 Kilo Samen gewinnen. So können in den kommenden Jahren tausende auf die Region angepasste neue Bäume entstehen.

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