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An der Fürther Uferpromenande ist ein neues Denkmal an die ersten Fürther Opfer der NS-Diktatur von Vertretern des Fürther Bündnisses gegen Rechtsextremismus und Rassismus und dem Fürther Oberbürgermeister Thomas Jung (SPD) eingeweiht worden.

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Jetzt vandalismussicher: Neues Denkmal für Nazi-Opfer in Fürth

In Fürth ist ein neues Denkmal an die ersten Fürther Opfer der NS-Diktatur eingeweiht worden. Es erinnert an die beiden Juden Rudolf Benario und Ernst Goldmann. Zuvor wurde das Denkmal mehrfach geschändet. Nun ist es vandalismussicher.

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Von
  • Jonas Miller

Die beiden Kommunisten Rudolf Benario und Ernst Goldmann waren die ersten Opfer aus Fürth, die von den Nationalsozialisten im Konzentrationslager Dachau ermordet wurden. In Fürth wurde zum Gedenken an die beiden Widerstandskämpfer nun ein neues Denkmal eingeweiht.

Nazigegner wurden 1933 in Dachau ermordet

Die beiden engagierten sich schon früh gegen die Gewaltherrschaft der Nazis und waren als Antifaschisten und Juden schnell in deren Visier geraten. Am 12. April 1933, kurz nach der Fertigstellung des Konzentrationslagers in Dachau, wurden sie ermordet. Seit 2007 erinnert eine Gedenktafel an der Uferpromenade an die beiden Männer. Benario und Goldmann waren begeisterte Kanuten und Mitglied im Kanu Club, der an der Rednitz ein Bootshaus betrieb. Neben dem Bootshaus hatte Rudolf Benario 1930 Birken gepflanzt.

Denkmäler wurden mehrfach stark beschädigt

Sowohl das Denkmal, als auch die Birken wurden mehrfach stark beschädigt. Unter anderem wurde ein Hakenkreuz in die Gedenktafel eingeritzt und rechtsextreme Schlachtrufe an einen der am Mord beteiligten SS-Männer auf den Gehweg gesprüht. Ein Gedenkbanner wurde zudem gestohlen. Weil die Bäume vor mehreren Jahren mit Äxten und Sägen mutwillig so stark beschädigt wurden, mussten sie gefällt werden.

Neue Gedenkplatte ist "vandalismussicher"

Der Fürther Stadtrat hatte im vergangenen Jahr einstimmig für ein neues Denkmal an der Uferpromenade gestimmt. Es soll Mahnung und Erinnerung zugleich sein, heißt es aus dem Rathaus. Den Zuschlag für das Denkmal erhielten die beiden Metallkünstler Uwe Weber und Roland Hermann aus Langenzenn. Das neue Denkmal sei vandalismussicher und beinhaltet den Schwur der Gefangenen des Konzentrationslagers von Buchenwald nach der Selbstbefreiung: "Die Vernichtung des Nazismus und seiner Wurzeln ist unsere Losung! Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel."

Oberbürgermeister und Aktivisten weihen Denkmal ein

Am Sonntagvormittag wurde das Denkmal nun von Vertretern des Fürther Bündnisses gegen Rechtsextremismus und Rassismus und dem Fürther Oberbürgermeister Thomas Jung (SPD) eingeweiht. Aufgrund der aktuellen Lage in der Corona-Pandemie handelte es sich dabei um eine nicht-öffentliche Veranstaltung.

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Die alte Infotafel wurde mehrfach beschädigt. Unter anderem wurde ein Hakenkreuz eingeritzt

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