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Jetzt schon drei Wölfe im Nationalpark Bayerischer Wald | BR24

© BR/Renate Roßberger

Im Nationalpark Bayerischer Wald sind mittlerweile drei Wölfe unterwegs. Die Tiere konnten aufgrund von Spuren im Schnee und Fotos aus einer Wildkamera nachgewiesen werden. Woher die Wölfe stammen ist noch unklar.

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Jetzt schon drei Wölfe im Nationalpark Bayerischer Wald

Im Nationalpark Bayerischer Wald sind mittlerweile drei Wölfe unterwegs. Die Tiere konnten aufgrund von Spuren im Schnee und Fotos aus einer Wildkamera nachgewiesen werden. Woher die Wölfe stammen ist noch unklar.

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In den Wäldern rund um die Berge Falkenstein und Rachel im Nationalpark Bayerischer Wald sind drei Wölfe unterwegs. Das hat die Nationalparkverwaltung auf Nachfrage heute bekannt gegeben. Die drei Wölfe konnten in den letzten Monaten mehrfach nachgewiesen werden, dank der guten Schneeverhältnisse und Spuren im Schnee. Die drei Wölfe waren zusammen unterwegs. Man fand auch drei Liegeplätze und geht davon aus, dass die Tiere im Nationalparkgebiet ansässig, also keine Durchzieher sind.

Erster Nachweis 2016

Es gibt außerdem eine Aufnahme von einem Wolf, der von einer Fotofalle fotografiert wurde. Sie zeigt, wie er an einem - durch einen Unfall getöteten - Reh frisst. Den Kadaver hatte die Nationalparkverwaltung im Rahmen ihrer Aasforschung ausgelegt. Schon im November 2016 konnte erstmals ein Wolfspaar im Nationalpark Bayerischer Wald bestätigt werden, das im darauffolgenden Jahr Nachwuchs hatte, wahrscheinlich drei Welpen. Zwei Welpen waren später als ausgewachsene Tiere abgewandert, einer davon wurde in der Nähe von Hamburg überfahren. Das Welpen-Weibchen war da geblieben, ebenso das Vatertier. Das Muttertier schien jedoch spurlos verschwunden.

Unterscheidung schwer

Die Wölfe waren auch insgesamt unauffällig. Momentan ist noch unklar, ob die jetzt neu nachgewiesenen drei Wölfe im Falkenstein-Rachel-Gebiet die Tiere aus der damaligen Wolfsfamilie sind oder ob sich ein neues Paar gefunden hat. "Anhand von Fotoaufnahmen kann man Wölfe nicht unterscheiden", sagt Marco Heurich, der Leiter des Monitorings im Nationalpark. Deswegen haben Mitarbeiter Urinproben und Losung, den Kot der Tiere, eingesammelt und ins Labor der in Frankfurt ansässigen Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung zur Untersuchung geschickt. "Mit den Ergebnissen der Genanalyse können wir genauere Angaben machen", erklärt Heurich.

Größeres Rudel in Tschechien?

Denkbar ist auch eine Verbindung zu einem tschechischen Wolfsrudel. Denn im angrenzenden tschechischen Nationalpark Šumava konnte ein Rudel mit sieben Tieren mit Hilfe einer Fotofalle nachgewiesen werden. Darunter befinden sich mit großer Wahrscheinlichkeit auch Jungtiere, die erst 2019 geboren wurden. Die Wölfe sind im Gebiet zwischen Modrava und Srní unterwegs. Ob die Wölfe im Falkenstein-Rachelgebiet zu dem in Tschechien beobachteten Rudel gehören, ist wahrscheinlich, lässt sich aber erst nach Vorliegen genetischer Informationen sagen, so die Nationalparkverwaltung.

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