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Klimadiskussion: Wer rettet die Zukunft? | BR24

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jetzt red i zum Klimawandel.

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Klimadiskussion: Wer rettet die Zukunft?

Der Klimawandel ist das politische Thema der Stunde. Bei "jetzt red i" aus Würzburg setzte sich die Fraktionsvorsitzende der Grünen im bayerischen Landtag, Katharina Schulze, vehement für eine CO2-Steuer ein. Nicht jeder Bürger war davon überzeugt.

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Als ein Bürger aus dem Publikum Katharina Schulze mit Kritik an der von ihr geforderten CO2-Steuer konfrontiert, hat die Debatte um den gesellschaftlichen und politischen Umgang mit dem Klimawandel längst Fahrt aufgenommen. "Im Endeffekt ist das nur da, um eure Haushaltslöcher zu stopfen, die ihr mit Misswirtschaft produziert habt. Im Endeffekt tut ihr nur die kleinen Leute damit bestrafen", so der Bürger in der Livesendung. Schulzes Reaktion kommt prompt:

"Für uns Grüne ist klar, dass Umweltschutz mit sozialer Gerechtigkeit zusammengehen soll und darum sagt unser Konzept von einem CO2-Preis, dass das Geld der Einnahmen durch den CO2-Preis wieder an die Bürgerinnen und Bürger zurückgegeben werden soll." Katharina Schulze

Europaabgeordnete Monika Hohlmeier setzt auf Forschung statt Verbote

Mehr Geld, mehr Forschung. Mit diesen Argumenten stellte sich CSU-Politikerin Monika Hohlmeier gegen die Forderung nach einer CO2-Steuer. Hohlmeier verwies dabei auf die Stahlproduktion. Dort sei es unter Umständen möglich, das gesamte CO2, das beim Produktionsprozess entstehe, als Rohstoff für chemische Stoffe zu verwenden. Durch solche Fortschritte könnte irgendwann CO2-Ausstoß in der Stahlindustrie vielleicht ganz vermieden werden.

"Wir brauchen mehr Geld im Sektor Wissenschaft und Forschung. Forschung ist nicht etwas in weiter Zukunft. Das sind zum Teil Projekte, die in drei, vier, fünf, sechs Jahren greifen können." Monika Hohlmeier

Europapolitikerin Hohlmeier warb gerade bei den Anwesenden der Fridays for Future-Bewegung um den Glauben an Fortschritte in der Forschung und lobte das Engagement der jungen Menschen. Auf die Kritik von Fridays for Future, dass Europa in der Klimaschutzfrage nicht mit einer Stimme spreche, verwies Hohlmeier auf Länder wie Polen und Ungarn. Die seien eben noch nicht so weit. Deutschland und andere Länder würden sich auf europäischer Ebene jedoch intensiv um den Klimaschutz bemühen.

Bürger befürchten Mehrbelastung durch CO2-Steuer

Während Monika Hohlmeier ihre Opposition im Publikum vor allem bei den Vertretern der Fridays for Future-Bewegung gefunden hatte, sah sich Katharina Schulze gezwungen, ihre Forderung nach einer CO2-Steuer mehrmals zu erklären. Schulze betonte dabei, dass die größere Idee hinter der Steuer sei, dass klimaschädliche Energie und Produktion nicht gefördert werden dürfen.

"Ich möchte erstmal sagen, dass ich voll hinter den Aktionen der Jugendlichen stehe und das auch so gut ich kann unterstütze, aber mein Anliegen ist eigentlich Altersarmut […] und ich möchte sagen, dass da Kosten auf die ganze Bevölkerung zukommen, die die kleinen Leute nicht tragen können. Da muss ein Ausgleich geschaffen werden." Bürgerin im Publikum

Katharina Schulze reagierte auf solche Kritik mit der Aussage, dass für die Grünen Umweltschutz und soziale Gerechtigkeit zusammengehören. Die Einnahmen durch eine CO2-Steuer sollen in anderer Form nämlich wieder an die Bürger zurückfließen, damit, so Schulze, "die, die sich klimafreundlich verhalten auch etwas zurückbekommen und die, die sich nicht so klimafreundlich verhalten, ihren angemessenen Preis zahlen."

Publikum einig über Problem, aber uneinig über Lösungsweg

Im Publikum hatte man unterschiedliche Sichtweisen darüber, wie man das Klima schützen sollte. Während auf der einen Seite, adressiert an Monika Hohlmeier, vehement für ein Tempolimit auf Autobahnen geworben wurde, sprach sich eine weitere Bürgerin gegen zu viel Einmischung der Politik in ihren Alltag aus. Sie konterte Schulzes Forderung nach mehr Windrädern damit, dass diese die Landschaft zerstören würden. Als jedoch zum Ende hin ein Mitglied der Fridays for Future-Bewegung das Wort ergriff und sagte, dass der Klimawandel ein Problem sei, das die ganze Menschheit betreffe und alle etwas tun müssten, kam spontan viel Applaus auf.

Unerwarteter Auftritt

Ganz unabhängig von der Debatte meldete sich während der Livesendung spontan ein Redner zu Wort, der offenbar psychisch angeschlagen war. Er wollte der CSU-Politikerin Monika Hohlmeier seine Probleme vortragen. Moderator Tilmann Schöberl gelang es schließlich, ihn zu beruhigen und einen geplanten Filmbeitrag zum Thema anzumoderieren. Während des Films hat der Mann die Arena verlassen und wurde ärztlich behandelt.