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Zu wenige Tests, zu wenig Impfstoff und jetzt auch noch der Streit um die Osterruhe. Gesundheitsminister Klaus Holetschek wurde bei "jetzt red i" mit viel Kritik konfrontiert.

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"jetzt red i": Holetschek hofft auf mehr Impfstoff im April

Zu wenige Tests, zu wenig Impfstoff und jetzt auch noch der Streit um die Osterruhe - Gesundheitsminister Klaus Holetschek wurde bei "jetzt red i" mit viel Kritik konfrontiert. Er rechnet mit einer Entspannung der Lage im April.

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Von
  • Christine Memminger

Die Stimmung am Mittwochabend bei "jetzt red i" war "mütend" - eine Mischung aus Corona-müde und wütend, wie es Co-Moderatorin Franziska Eder beschrieb. Sowohl Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU), als auch die Grünen-Fraktionsvorsitzende im Landtag Katharina Schulze nickten kräftig bei der Erwähnung dieses neuen Wortes, das derzeit in den sozialen Netzwerken die Runde macht. Es sei das "Grundgefühl der Gesellschaft" meinte Schulze und Holetschek betonte: "Wir haben alle eine Sehnsucht nach Normalität."

Holetschek: Impfen weiterhin nicht genau planbar

Viel diskutiert wurde daher über die beiden vermeintlichen Auswege aus der Krise: Vermehrt testen und impfen. Gesundheitsminister Klaus Holetschek sprach beim Thema Impfen von einem "Folgefehler". Weil am Anfang zu wenig bestellt wurde, sei der Impfstoff immer noch knapp. Er hoffe, das im Laufe des April das Impfen "sehr viel schneller" gehe.

"Anfang April wird noch wenig da sein, das wird erst langsam anwachsen. Dann sind tatsächlich einige Millionen auch da. Und ich hoffe, die kommen auch alle. Leider haben wir immer wieder etwas anderes erlebt." Klaus Holetschek, bayerischer Gesundheitsminister (CSU)

Er bezeichnete es als "Irrsinn", dass Millionen Impfdosen von AstraZeneca in Italien lagern, während sie hier dringend gebraucht würden.

Schulze fordert "Doppelstrategie" beim Impfen

Die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bayerischen Landtag Katharina Schulze kritisierte, dass die Staatsregierung den Aufbau von zusätzlichen Impfzentren gestoppt hat. Sie plädierte für eine "Doppelstrategie", in der die Hausärztinnen und Hausärzte von mehreren Impfzentren pro Landkreis unterstützt werden.

"Wenn wir irgendwann mehr Impfstoff haben, graut es mir davor, dass wir dann nicht genug Orte haben, um ihn zu verimpfen. (…) Da müssen jetzt die Hausaufgaben gemacht werden, damit wir nicht wie im Herbst die wichtigen Weichenstellungen verpassen." Katharina Schulze, Grünen-Fraktionsvorsitzende

An der derzeitigen Impfpriorisierung würde sie festhalten. Allerdings forderte sie, dass Landkreise mit einer älteren Bevölkerungsstruktur aktuell mehr Impfdosen bekommen sollen.

Neue Möglichkeiten mit Sputnik V und Gurgel-Tests

Gesundheitsminister Klaus Holetschek wies die Kritik zurück. Aktuell gebe es in Bayern eine Kapazität von 66.800 Impfungen pro Tag - wenn denn genügend Dosen da wären. Sobald die Hausärztinnen und Hausärzte mit dem Impfen anfangen, werde es schneller gehen. Um die Praxen nicht zu überlasten, solle die Dokumentation einfacher werden. Und sobald der russische Sputnik-Impfstoff in der EU zugelassen sei, werde auch dieser verimpft.

Gleichzeitig werde nun deutlich mehr getestet. Der Freistaat habe in den letzten Monaten 40 Millionen Antigen-Schnelltests und 86 Millionen Selbsttests bestellt, die jetzt an die Landkreise ausgeliefert werden. Modellversuche mit Gurgel-Tests würden ebenfalls finanziell unterstützt und eventuell weiter ausgerollt. "Wir wollen auf die Schnelle was erreichen", betonte der Gesundheitsminister.

Handel sieht keine Perspektive

Bei den vielfältigen Anliegen der Bürgerinnen und Bürger in der Sendung wurde deutlich, wie eng die Themenbereiche während der Corona-Pandemie zusammenhängen. Denn ohne Tests und Impfungen sieht auch der Einzelhandel keine Perspektive. Der Inhaber eines Sportgeschäfts in Deggendorf forderte "Click and Meet" für seine Branche, unabhängig vom Inzidenzwert. Entsprechende Abstände könnten in seinem Geschäft eingehalten werden.

Gesundheitsminister Klaus Holetschek verteidigte daraufhin den Stufenplan der Bundesregierung und das Festhalten an der Inzidenz. Diese sei ein wichtiger Indikator. Die Vergangenheit habe gezeigt, dass ein "Lockdown Light" nicht effektiv genug sei, vor allem gegen die neuen Virus-Varianten. Jetzt laute die Devise, zwei Wochen lang "sehr vorsichtig" zu sein und danach langsam zu öffnen.

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