BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

NEU

"jetzt red i": Bürger laden Corona-Frust bei Aiwanger ab | BR24

© BR

Jetzt red i vom 16.9.2020

26
Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

"jetzt red i": Bürger laden Corona-Frust bei Aiwanger ab

In der Sendung "jetzt red i" machten sich die Zuschauer zu zwei Themen Luft: Corona und das einstweilige Aus für die Dritte Startbahn des Münchner Flughafens. Zu Gast waren Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger und FDP-Fraktionschef Martin Hagen.

26
Per Mail sharen

Zum ersten Mal seit Monaten fand die Sendung "jetzt red i" wieder mit Publikum statt. In Freising gab es zum Thema 3. Startbahn und Corona-Frust gleich entsprechend viel Redebedarf. Die Sendung ist zurück aus der Sommerpause und wieder in Bayern unterwegs - selbstverständlich mit Corona-Vorsichtsmaßnahmen. So saßen im Publikum nur 27 Personen, wo normalerweise bis zu 120 Menschen Platz haben. Live diskutierten sie mit Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) und dem FDP-Vorsitzenden Martin Hagen. Das BR-Team trug Masken, die Mikros wurden nach jeder Wortmeldung gewechselt.

Frust über undifferenzierte Corona-Maßnahmen

Einige Gastronomen und Veranstalter äußerten deutliche Kritik an den ihrer Meinung nach undifferenzierten Corona-Maßnahmen. Mit entsprechend Platz seien beispielsweise Veranstaltungen mit mehr als 200 Personen auch in Innenbereichen möglich. Es gebe bereits Konzepte, die Politik schere jedoch alles über einen Kamm. Außerdem machten sich viele Sorgen über einen zweiten Lockdown.

Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger schloss diesen Schritt derzeit aus. "Ich glaube, dass kein großflächiger zweiter Lockdown kommt", sagte er. Lokal beschränkte Maßnahmen seien wahrscheinlicher. "Ich glaube, dass die Politik das Rückgrat haben muss, nicht wieder ganze Landstriche still zu legen. Das würde die Wirtschaft ruinieren." Die Vorgaben für Veranstaltungen künftig an der Größe der Lokalität zu orientieren, halte er für sinnvoll. Und bei Hochzeiten werde er sich für eine Erhöhung auf 150 Gäste einsetzen, so Aiwanger. Insgesamt meinte er: "Wir müssen mit der Panik runterfahren."

© BR

Einen zweiten großflächigen Corona-Lockdown wird es nicht geben, glaubt zumindest Wirtschaftsminister Aiwanger, Freie Wähler. Das würde die Wirtschaft ruinieren, sagte er in der Sendung "jetzt red i" im BR Fernsehen.

Freisinger fürchten um Arbeitsplätze am Flughafen

Als direkte Folge der Corona-Pandemie liegen die Pläne für eine 3. Startbahn am Münchner Flughafen nun bis 2028 auf Eis, wie Ministerpräsident Markus Söder (CSU) kurz vor der Sendung angekündigt hat. Die meisten der 10.000 Beschäftigten der Flughafengesellschaft FMG sind derzeit in Kurzarbeit und auch Hubert Aiwanger konnte in der Sendung nicht ausschließen, dass es ab nächstem Jahr viele Kündigungen geben wird. Die Frage der FMG-Betriebsräte - "Wie kann der Freistaat helfen?" - ließ er weitgehend offen.

Der bayerische FDP-Fraktionschef Martin Hagen kritisierte in der Sendung das Moratorium scharf. "Der Ministerpräsident beerdigt inmitten einer schweren Wirtschaftskrise eines der wichtigsten Infrastrukturprojekte, die wir in Bayern haben", sagte er. Das werde natürlich auch von den Fluglinien registriert, "dass die Politik offenbar nicht mehr an diesen Flughafen glaubt, der auch eine wichtige Funktion als Drehkreuz hat und ich halte das wirklich für ganz, ganz fatal."

Nach anderen Krisen hätten sich die Flugzahlen wieder relativ schnell erholt. "Wir sollten uns da jetzt nicht in Panik versetzen lassen und aus dem Moment heraus so eine Entscheidung treffen."

Aiwanger verteidigt Entscheidung zur 3. Startbahn

Der Chef der Freien Wähler, Hubert Aiwanger, hingegen begrüßte die Entscheidung des Ministerpräsidenten Markus Söder ausdrücklich. "Im Endeffekt ist das jetzt die Erkenntnis der Realität, dass wir die 3. Startbahn nicht brauchen", sagte er. Aus seiner Sicht habe der Baustopp Bestand und das bleibe auch so.

"Ich stehe zum Flughafen, aber klein und fein mit zwei Startbahnen, das ist okay", meinte der Wirtschaftsminister. Wichtig sei ihm, dass der Staat Anteilseigner bleibe, um in genau diesen Krisen ein zuverlässiger politischer Partner zu sein. Es habe ja schon Spekulationen gegeben, den Flughafen zu privatisieren und irgendwann eine 3. Startbahn zu bauen, "und am Ende kaufen das irgendwelche arabischen Investoren, das will ich nicht", betonte er und fuhr fort: "Bleiben wir bei den zwei Startbahnen, lasten wir die ordentlich aus."

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!

© BR

Seit heute ist klar: In diesem Jahrzehnt wird die 3. Startbahn am Münchner Flughafen wohl nicht gebaut werden. In "jetzt red i" im BR Fernsehen begrüßte Wirtschaftsminister Aiwanger, Freie Wähler, das. FDP-Fraktionsvorsitzender Hagen hielt dagegen.