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Jeder Vierte betroffen: Hof ist Bayerns Niedriglohnsektor | BR24

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Auch Arbeitnehmer in den Bereichen "Kaufmännische Dienstleistungen" und "Handel" sind vom Niedriglohn betroffen.

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    Jeder Vierte betroffen: Hof ist Bayerns Niedriglohnsektor

    Mehr als jeder vierte Bürger in Hof verdient weniger als 11,21 Euro pro Stunde. Damit ist der Anteil von Niedriglöhnern in keiner anderen Stadt in Bayern höher als in Hof an der Saale. Auch in anderen Teilen Oberfrankens gibt es viele Niedriglöhner.

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    Von
    • Thorsten Gütling

    Nirgendwo in Bayern arbeiten prozentual gesehen so viele Menschen im Niedriglohnbereich wie in Hof: Mehr als jeder Vierte in der Stadt verdient zwar mehr als nur den Mindestlohn – allerdings unterschreitet ihr Stundenlohn die bundesweite Niedriglohnschwelle von 11,21 Euro.

    DGB Oberfranken: Niedriglöhne sind kein Randphänomen

    Zu diesem Ergebnis kommt der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) Oberfranken. Die Organisation beruft sich dabei auf Erhebungen, die in einem Report mit dem Titel "Tatort Niedriglohn Bayern" veröffentlicht wurden. Herausgeber sind der DGB sowie das Institut Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg-Essen. Demnach seien Niedriglöhne kein Randphänomen mehr, sondern für rund eine Million Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Bayern Alltag. Sie seien vom wachsenden Wohlstand in Bayern abgekapselt und würden mit Armutslöhnen abgespeist, so der Regionsgeschäftsführer des DGB in Oberfranken, Mathias Eckardt.

    28 Prozent der Hofer arbeiten für geringen Stundenlohn

    Daten der Bundesagentur für Arbeit zeigten, dass alleine in Hof mehr als 4.100 oder 28,2 Prozent aller Vollzeitarbeitsplätze in der Stadt dem Niedriglohnsektor zuzurechnen seien. Zum Vergleich: In ganz Bayern arbeitet fast eine Million Menschen zu Niedriglöhnen.

    Besonders hoch sei das Risiko, mit Niedriglöhnen abgespeist zu werden, unter anderem für Beschäftigte in den Wirtschaftszweigen Kultur, Kaufmännische Dienstleistungen, Handel, Vertrieb und Tourismus, aber auch Verkehr, Logistik, Schutz und Sicherheit.

    Oberfranken stark vom Niedriglohn betroffen

    Das zweithöchste Risiko, in Bayern einen Stundenlohn unter diesem Wert zu erhalten, besteht dem DGB zufolge für Menschen im Landkreis Coburg. Aber auch in den oberfränkischen Landkreisen Lichtenfels, Hof, Wunsiedel, Kulmbach, Kronach sowie Stadt und Landkreis Bayreuth sei der Anteil der Niedriglöhner überdurchschnittlich hoch. Der DGB nimmt darum auch die Kommunen stärker in die Pflicht. Öffentliche Aufträge müssten an die Bedingung gekoppelt werden, dass Unternehmen sich an Tarife binden und ordentliche Löhne zahlten.

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