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Jeder siebte Haushalt in Niederbayern von Armut bedroht | BR24

© MEV / Karl Holzhauser

Jeder siebte Haushalt in Niederbayern von Armut bedroht (Symbolbild)

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Jeder siebte Haushalt in Niederbayern von Armut bedroht

Nach Einschätzung der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten ist in Niederbayern jeder siebte Haushalt armutsgefährdet. Besonders Frauen, die Teilzeit arbeiteten, seien davon betroffen.

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Jeder siebte Haushalt in Niederbayern ist von Armut bedroht. Menschen mit Teilzeit- oder Minijob seien besonders oft von Erwerbsarmut betroffen, teilt die Gewerkschaft "Nahrung-Genuss-Gaststätten" (NGG) mit. Ein Grund: Immer weniger Firmen in der Region zahlen nach Tarif.

Kinobesuch wird zum Luxus

Insbesondere Frauen, die Teilzeit arbeiten, fehlt nach NGG-Angaben am Monatsende häufig das nötige Geld. Für viele Familien sei ein Kinobesuch oder ein neuer Schulranzen längst zum Luxus geworden. Laut Zahlen der Armutskonferenz 2018 sind in Niederbayern und in Oberfranken im bayernweiten Vergleich die meisten Haushalte von Armut bedroht.

Insgesamt liegt demnach in diesen Regierungsbezirken die sogenannte Armutsgefährdungsquote bei 17,7 Prozent. Die Bevölkerungsgruppe mit dem höchsten Risiko, in Armut abzurutschen, sind Frauen mit 65 Jahren und älter. Die Gefährdungsquote liegt bei ihnen mit 24,5 Prozent am höchsten.

Politik und Betriebe gefordert

Als armutsgefährdet gilt, wer weniger als 60 Prozent des durchschnittlichen Einkommens zur Verfügung hat. Die NGG Niederbayern ruft Betrieben in der Region zur Einhaltung tariflicher Standards auf und fordert mehr Anstrengungen von der Politik.

In ganz Bayern sind laut Statistischem Bundesamt 11,7 Prozent von Armut bedroht. Im Vergleich zu anderen Bundesländern ist das die niedrigste Zahl. Deutlich öfter droht etwa Haushalten in Bremen oder Mecklenburg-Vorpommern Armut: Dort liegt die Gefährdungsquote bei mehr als 20 Prozent.

© BR

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