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Jeder fünfte niederbayerische Milchviehbetrieb hat aufgegeben | BR24

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Jeder fünfte niederbayerische Milchviehbetrieb musste schließen

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Jeder fünfte niederbayerische Milchviehbetrieb hat aufgegeben

In den vergangenen fünf Jahren haben 20 Prozent der Milchviehbetriebe in Niederbayern aufgegeben. Auch die Zahl der Milchkühe hat sich in dem Zeitraum verringert. Die Landtags-SPD befürchtet nun eine weitere Konzentration auf Großbetriebe.

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In Niederbayern musste seit 2015 jeder fünfte Milchviehbetrieb aufgeben. Das geht aus einer Anfrage der Landshuter SPD-Landtagsabgeordneten Ruth Müller an den Bayerischen Landtag hervor. Während es im Jahr 2015 noch gut 4.700 niederbayerische Milchkuhbetriebe gab, waren es im Jahr 2019 nur noch rund 3.800. Auch die Zahl der Milchkühe ist seit 2015 um neun Prozent gesunken (von 153.000 Kühen auf 139.000 Kühe).

Corona-Krise hat Milchpreis noch weiter gedrückt

Die Zahlen zeigten laut Müller, dass vor allem Betriebe mit wenigen Tieren dem unerbittlichen Preisdruck bei der Milch zum Opfer fallen. Die Corona-Krise hat diese Situation noch weiter verschärft. Der Milchpreis sank laut der Mitteilung der Landtagsabgeordneten im April auf 27 Cent. Das sind 3,6 Cent weniger als noch im Vorjahr. Die Ursache sei ein deutlicher Nachfragerückgang gewesen.

SPD fordert Begrenzung der Milchmenge

Laut Ruth Müller haben schon vor Corona die Marktpreise kaum die Kosten gedeckt.

"Ich fürchte für dieses Jahr eine dramatische Beschleunigung des Höfe-Sterbens und eine weitere Konzentration auf Großbetriebe. Deshalb brauchen wir staatliche Vorgaben zur Begrenzung der produzierten Milchmenge." Ruth Müller, SPD-Landtagsabgeordnete

Einen entsprechenden Antrag Müllers und der SPD-Fraktion haben CSU und Freie Wähler im Landtag vergangene Woche abgelehnt.

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Ruth Müller befürchtet ein "Ausbluten des ländlichen Raums".

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