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Bayern

Gedenken in Kitzingen: "Lichter gegen die Dunkelheit" | BR24

© dpa Picture-Alliance Peter Steffen

Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz

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Gedenken in Kitzingen: "Lichter gegen die Dunkelheit"

Vor genau 75 Jahren wurde das Konzentrationslager Auschwitz befreit. Am Montagabend hat Kitzingen mit "Lichter gegen die Dunkelheit" an den Holocaust gedacht.

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Zum 75. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau wurde die Alte Synagoge in Kitzingen von 17.00 Uhr bis 19.00 Uhr illuminiert. Auf dem Landwehrplatz vor und im Gedenkraum der ehemaligen Synagoge fanden Menschen Gelegenheit zum stillen Gedenken und zur Begegnung. Anschließend fand im Großen Saal ein Gesangsabend mit jiddischen und liturgischen Liedern statt. Mit dem Gedenken beteiligte sich der Kitzinger "Förderverein ehemalige Synagoge" an der bundesweiten Aktion "Lichter gegen Dunkelheit".

© BR Fernsehen

In ganz Deutschland hat es am Montag (27.01.20) Gedenkveranstaltungen gegeben. 75 Jahre nach der Befreiung des Massenvernichtungslagers in Auschwitz, haben auch die Bürger in Kitzingen den Holocaust-Opfern gedacht.

Lichter in der Kitzinger Synagoge zum Auschwitz-Gedenken

Die vom Haus der Wannsee-Konferenz Potsdam initiierte Aktion umfasst etwa 120 Gedenkstätten in ganz Deutschland, die illuminiert werden. Laut Margret Löther, der Vorsitzenden des Kitzinger Fördervereins, soll die Aktion in Kitzingen "kein aufwändiges Lichtspektakel" werden. Stattdessen sollen sämtliche Lichter in der Synagoge nach außen strahlen. Auf dem Landwehrplatz entsteht außerdem ein Lichterkranz. An die Lichter schließen sich ab 19.30 Uhr die "Lieder gegen Dunkelheit" an – mit dem Konzert "Jüdische Tradition, die fast verschwunden ist – Sephardische, jiddische und liturgische Lieder" im Großen Saal. Rezitiert werden die Lieder von Nikola David. Der Tenor ist unter anderem Kantor der Liberalen Jüdischen Gemeinde München und Dozent an der Hochschule Esslingen.

Mehr als 100 jüdische Familien in Kitzingen

In Kitzingen gab es über Jahrhunderte hinweg ein reges jüdisches Leben. Im 19. Jahrhundert lebten hier mehr als 100 jüdische Familien. 1883 erbaute die Israelitische Kultusgemeinde die Synagoge. Das Gebäude wurde in der sogenannten Reichspogromnacht im November 1938 durch Nationalsozialisten verwüstet und in Brand gesteckt. 1982 gründete sich der "Förderverein ehemalige Synagoge" und verhinderte erfolgreich den drohenden Abriss des Gebäudes. 1993 wurde das ehemalige Synagogengebäude nach umfangreicher Restaurierung als Kulturzentrum wiedereröffnet.

Skulpturen aus Beton in Hammelburg

Hammelburg beteiligte sich am Projekt "DenkOrt Deportationen 1941 – 1944" – zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus. Am heutigen 75. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Ausschwitz wurden um 19.00 Uhr die dazugehörigen Gepäckstücke bei einer Gedenkfeier am Hammelburger Marktplatz der Öffentlichkeit vorgestellt. Es handelt sich dabei um einen Koffer, einen Rucksack und eine Rolle, die der Kunstkreis Arnstein aus Beton und Metall gefertigt hat. Sie bekommen ihren Platz in Hammelburg sowie in den Ortsteilen Untererthal und Westheim.

Kopien der Kunstwerke werden zunächst auf dem Hammelburger Marktplatz ausgestellt. Später kommen sie dann nach Würzburg, wo sie Teil des zentralen "DenkOrt"-Projekts werden. Die Gedenkfeier am Marktplatz wird heute Abend von Schülern des Hammelburger Frobenius-Gymnasiums mitgestaltet.

Weitere Aktionen in Bad Neustadt und Aschaffenburg

In der evangelischen Christuskirche Bad Neustadt begann um 19.00 Uhr ein Gottesdienst, an dem auch Sara Atzmon mitwirkte – eine der letzten Zeitzeuginnen der Shoa. In der Aschaffenburger Stadthalle wurden Texte bekannter Holocaust-Überlebender rezitiert. Die Stadt gedachte zusammen mit dem Förderkreis "Haus Wolfsthalplatz" und den Kirchen der Opfer des Holocaust. Um 18.30 Uhr fand in der Christuskirche eine ökumenische Andacht statt. Im Anschluss lud die Verwaltung ins Tagungscenter der Stadthalle zur Gedenkveranstaltung "Was von Auschwitz bleibt: Zeugnisse der Überlebenden“ mit Texten von Primo Levi, Ruth Klüger und Imre Kertész" ein.