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Jagdunfall in Nittenau: Die Jäger fordern Konsequenzen | BR24

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Auch gut fünf Monate nach dem tödlichen Schuss aus einem Jagdgewehr in Nittenau laufen die Ermittlungen noch. Allerdings ist sich die Polizei sicher, dass es ein Unfall war. Bei den Jägern wird unterdessen über die Zukunft von Drückjagden diskutiert.

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Jagdunfall in Nittenau: Die Jäger fordern Konsequenzen

Auch gut fünf Monate nach dem tödlichen Schuss aus einem Jagdgewehr in Nittenau laufen die Ermittlungen noch. Allerdings ist sich die Polizei sicher, dass es ein Unfall war. Bei den Jägern wird unterdessen über die Zukunft von Drückjagden diskutiert.

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Mitte August wurde ein 47-jähriger Regensburger während einer Autofahrt bei Nittenau von einer Kugel aus einem Jagdgewehr getroffen und getötet. Die Polizei geht von einem Unglücksfall aus. Dennoch wird auch in der Jägerschaft der Ruf nach Konsequenzen laut.

Das Opfer saß auf dem Beifahrersitz eines auf der B16 fahrenden Autos, als das Projektil seitlich in das Fahrzeug einschlug. Der 47-Järhige wurde so schwer verletzt, dass er noch an der Unfallstelle starb.

In der Nähe hatte eine Jagdgesellschaft eine sogenannte Drückjagd auf Wildschweine durchgeführt. Das tödliche Projektil stammte aus der Waffe eines Jägers.

"Im Moment werden die Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung durchgeführt, was schon deutlich macht, dass es kein gezielter Schuss war. Das Projektil ist nicht direkt in dem Fahrzeug eingeschlagen, sondern es hat eine Ablenkung gegeben." Albert Brück, Polizeipräsidium Oberpfalz

Der Schütze ist ein Jäger mit jahrzehntelanger Erfahrung. Freunde und Weggefährten berichten, dass der tödliche Jagdunfall schwer auf dem Mann lastet.

Immer mehr Jäger - nicht nur in Nittenau - sagen unterdessen, dass sie sich nicht mehr an Drückjagden beteiligen wollen. Bei dieser Art von Bejagung wird das Wild mit Hilfe von Hunden aus Maisfeldern aufs freie Feld gescheucht, wo die Jäger dann freie Schussbahn haben.

"Es gibt sicherlich sensible Gebiete, und hier muss man sicherlich neu nachdenken, und sich neue Strategien überlegen, wie man Drückjagden an dieser Stelle durchführt, und ob man sie überhaupt durchführt." Otto Storbeck, Jägervereinigung Nittenau

Immer wieder passieren Unfälle mit Jagdgewehren. Im November wurde im niederbayerischen Landkreis Landau an der Isar ein fahrendes Auto auf der A92 von einer Schrotladung getroffen. Die Fahrerin des Autos blieb unverletzt.

Nach Angaben des Deutschen Jagdverbands sind im Jahr 2017 zwei Menschen auf der Jagd verletzt und zwei Menschen getötet worden.