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Jägerin erschießt Hauskatze in Waldstück bei Friedberg | BR24

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Jägerin erschießt eine Katze, die in einer Falle gefangen wurde

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    Jägerin erschießt Hauskatze in Waldstück bei Friedberg

    Vermutlich in einem Wald zwischen Friedberg und Aichach hat eine Jägerin eine Katze in einer Lebendfalle gefangen und erschossen. Dies zeigt ein Video, das dem Tierrechtsverein "Soko Tierschutz" und dem BR vorliegt. Der Verein hat Anzeige erstattet.

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    Von
    • Susanne Hofmann

    Die Aufnahmen sind nichts für zarte Gemüter: Man sieht eine schwarz-weiße Katze, die in einem Drahtkäfig im Wald gefangen ist und panisch versucht, hinaus zu gelangen. Da nähert sich eine Jägerin. Statt die Katze zu befreien, schießt sie ihr mehrmals in den Kopf. Es dauert, bis das Tier sich nicht mehr bewegt.

    Katze saß in Lebendfalle fest

    Abgespielt hat sich die Szene vermutlich in einem Waldgebiet zwischen Friedberg und Aichach. Dort wurde die Katze in einer Lebendfalle gefangen. Das Video von ihrer anschließenden Tötung wurde dem Tierrechtsverein "Soko Tierschutz" kurz nach Weihnachten zugespielt.

    Zu sehen ist eine Jägerin, die sich der gefangenen Katze nähert und ihr mit einer Pistole zunächst zwei Mal in den Kopf schießt. Dann kommentiert die Schützin ihren Begleitern gegenüber: "Das gibt's ja nicht, lebt die immer noch?" Wenig später schießt sie der Katze noch einmal ins Gesicht und meint dazu: "Jetzt hab ich noch einen Kammerschuss gemacht."

    Katze hatte einen Besitzer

    Wie der Vorsitzende der Soko Tierschutz Friedrich Mülln im Gespräch mit dem BR sagt, handelte es sich bei der Katze vermutlich um ein Tier, das einen Besitzer hatte. Sie hätte eine Kennung um den Hals hängen gehabt. Das Video sei zunächst in Jägerkreisen in den sozialen Medien kursiert.

    Bayerisches Jagdrecht erlaubt das Erschießen von Katzen

    Nach bayerischem Jagdrecht dürfen Jäger wilderne Katzen und Hunde töten. Katzen gelten laut dem Bayerischen Jagdgesetz (§42) als wildernd, wenn sie im Jagdrevier in einer Entfernung von mehr als 300 Metern vom nächsten bewohnten Gebäude angetroffen werden. Die Erlaubnis Katzen zu töten gilt aber nicht für Katzen, die in Fallen gefangen sind und deren Besitzer eindeutig und für den Jagdschutzberechtigten in zumutbarer Weise festgestellt werden können.

    Mülln sagt, jährlich würden in Deutschland mehrere Hunderttausend Katzen von Jägern erschossen, diese Zahl sei belegt.

    Anzeige wegen Tierquälerei

    Laut Mülln ging es der betroffenen Jägerin im Raum Augsburg wohl darum, die Katze von eigens zur Jagd gezüchteten teuren Fasanen fernzuhalten. Fasane seien bei Jägern beliebt, da sie "gute Zielscheiben" seien - sie flögen schnell und hoch auf.

    "Dass eine Katze sterben muss, weil die Jägerin um ihre in Massentierhaltungen gezüchteten, lebenden Zielscheiben fürchtet, zeigt, wie irrsinnig diese Tat wirklich ist." Friedrich Mülln, Soko Tierschutz

    Die Soko Tierschutz hat an Neujahr bei der Staatsanwaltschaft Augsburg Strafanzeige erstattet wegen Tierquälerei. Die Anzeige richtet sich sowohl gegen die Jägerin, als auch gegen die anwesenden Personen, die die tödlichen Schüsse nicht verhindert hätten. Die Tötung war nach Ansicht des Vereins unnötig. Zudem sei sie auf grausame Art erfolgt, die Katze hätte längere Zeit leiden müssen.

    Soko Tierschutz: "Wälder voll mit Lebendfallen"

    Außerdem bemängeln die Tierrechtler die Art der Lebendfalle: Diese seien zwar in Bayern grundsätzlich erlaubt, allerdings dürfen sie nicht einsehbar sein, müssten also beispielsweise aus Holz und nicht aus Draht hergestellt werden. Mülln betonte: "Unsere Wälder sind voll mit solchen Fallen. Hier haben wir den seltenen Fall, dass dieser Missstand gefilmt wurde." Er möchte vor Gericht auch erwirken, dass der Jägerin der Jagdschein entzogen wird.

    Der Einsatz dieser Falle zum Fang von Katzen im Rahmen der Jagd sei in Bayern zudem verboten, betont die Soko Tierschutz in einer schriftlichen Mitteilung.

    Polizei in Augsburg ermittelt

    Bei der Polizei Augsburg Mitte ist bereits am 27. Dezember in der gleichen Angelegenheit eine Anzeige eingegangen. Das bestätigte das Polizeipräsidium Schwaben Nord dem BR. Der Vorfall selbst liege wohl schon länger zurück. Der Fall werde zur Klärung an die zuständige Dienststelle weitergeleitet. Dort müssten dann die Hintergründe geklärt werden. Auch der Tatort sei noch strittig - es könne sich auch um ein Gelände in Jettingen-Scheppach oder bei Zusmarshausen handeln.

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