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Ist Freisinger Trinkwasser durch Chemikalien vergiftet? | BR24

© BR/Lisa Hinder

Ein laufender Wasserhahn

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Ist Freisinger Trinkwasser durch Chemikalien vergiftet?

In der Stadt Freising finden heute Nachmittag Gespräche zur möglichen Verunreinigung von Trinkwasser durch PFOS statt. Schon länger ist bekannt, dass die Moosach mit Industriechemikalien belastet ist.

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Das Wasser der Moosach ist mit Industriechemikalien belastet. Das ist schon lange bekannt. Bei den Untersuchungen des Wasserwirtschaftsamtes kam heraus, dass die Substanzen aus der Stadt München kommen und übers Münchner Grundwasser einsickern. Erhöhte Werte wurden im Areal der Panzerwiese, auf Höhe des Frankfurter Rings und in Eching festgestellt.

Wie wirkt sich Chemie im Münchner Wasser auf Freising aus?

In Freising muss man nun beraten, was die Messergebnisse aus München für das Freisinger Trinkwasser bedeuten. Während das Münchner Trinkwasser aus dem Mangfalltal kommt, beziehen die Freisinger ihr Trinkwasser aus Tiefbrunnen, aber auch aus Flachbrunnen. Über die könnte giftige PFOS, sogenannte Perfluoroctansulfonsäure, dann theoretisch auch ins Trinkwasser gelangen.

💡 Was ist PFOS?

Die Perfluoroctansulfonsäure (PFOS) zählt wie die Perfluoroktansäure (PFOA) zu den perfluorierten und polyfluorierten Chemikalien , die seit einigen Jahren immer stärker in die öffentliche Diskussion geraten. PFC werden zum Beispiel in Antihaft-Beschichtungen für Pfannen, als Regenschutz bei Bekleidung, in Feuerlöschschäumen oder zur Papierveredlung verwendet. Aufsehen erregten in Deutschland vor allem Studien der Ruhr-Universität Bochum, die zeigten, dass einige dieser Chemikalien mit dem Trinkwasser in den menschlichen Organismus aufgenommen werden und sich im Blut anreichern. Aus Tierversuchen sind krebserzeugende Eigenschaften von PFOA und PFOS bekannt. Daher sind diese Chemikalien auch kritisch für die menschliche Gesundheit.

Die Europäische Union hatte das Inverkehrbringen und Verwenden von PFOS seit Juni 2008 schon bis auf Ausnahmen verboten. Das Stockholmer Übereinkommen verbietet PFOS seit 2009 weltweit. Einzige Ausnahmen: Bis höchstens 2025 darf der Stoff noch in Feuerlöschschäumen und bei der Hartverchromung so verwendet werden, dass er nicht in die Umwelt gelangen kann. (Quellen: Umweltbundesamt, Bundesumweltministerium)

Nach dem Verschmutzer wird noch gesucht

Das Wasserwirtschaftsamt München versucht weiter, den Verursacher zu finden. In Frage kommen vor allem metallverarbeitende Betriebe, sogenannte Galvaniken, die in der Vergangenheit mit dieser Chemikalie gearbeitet haben. Mehrere solcher Betriebe befinden sich beispielsweise im Euroindustriepark. Hinzu kommt: Bei den Proben waren auch Stoffe erhöht, die mittlerweile als Ersatz für PFOS in Galvaniken genutzt werden. Noch ist es allerdings schwer, die Verschmutzung einem einzigen Betrieb zuzuweisen.

© BR / Abendschau - Der Süden vom 12.9.2019

In der Moosach bei Freising im Norden Münchens hat man PFOS gefunden. Die Chemikalie sickert offenbar aus dem Grundwasser in den Fluss. Deshalb wird davon abgeraten, Fische von dort zu essen. Die Suche nach der Herkunft des giftigen Stoffes läuft.

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  • Julia Haas
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