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Israelitische Kultusgemeinde Nürnberg erinnert an Pogromnacht | BR24

© BR/Nicole Schmitt

Gedenkveranstaltung zur Pogromnacht in Nürnberg

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    Israelitische Kultusgemeinde Nürnberg erinnert an Pogromnacht

    Mit einer Gedenkveranstaltung haben die Israelitische Kultusgemeinde (IKG) und die Stadt Nürnberg an die "Nacht der Schande" vom 9. November 1938 erinnert. Bei der Kundgebung wurden auch die derzeit stattfindenden "Corona-Demos" kritisiert.

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    Von
    • Nicole Schmitt

    Der Vorsitzende der Israelitische Kultusgemeinde (IKG), Jo-Achim Hamburger, sprach von einer Mordnacht, in der nicht nur Begriffe wie Freundschaft zerbrachen. Viele Menschen hätten teilnahmslos zugesehen. Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König (CSU) unterstrich in seiner Rede, dass die Menschen die Geschichte nicht kaltlassen dürfe. "Die Ermordeten zu ehren und ihrer zu gedenken, ist wichtig."

    Zentraler Gedenkort gefordert

    Aktuell hebe der Antisemitismus wieder seine Fratze von rechts und von links, aber auch aus der Mitte der Gesellschaft. Man dürfe nicht zulassen, dass das Gedankengut, das zur Shoa geführt habe, sich wieder ausbreite. Es sei wichtig, dass das jüdische Leben in Nürnberg als normal empfunden werde.

    IKG-Vorsitzender Jo-Achim Hamburger unterstrich zudem die Wichtigkeit eines zentralen Gedenkortes, der wichtig wäre als Ort der Aufklärung und des Nachdenkens. "Wir bitten Sie sehr, dieses Projekt auf Ihre Prioritätenliste zu setzen", bat er den Oberbürgermeister. Dieser sagte seine Unterstützung zu.

    © BR/Nicole Schmitt

    Zum Gedenken an die Pogromnacht werden Kränze niedergelegt

    Kritik an "Corona-Demonstrationen"

    Außerdem kam Jo-Achim Hamburger aus aktuellem Anlass auf den Demokratiegedanken zu sprechen: "Demokratie heißt auch Rücksicht, Menschlichkeit, Solidarität und Respekt." Dazu gehöre auch Versammlungsfreiheit, so Hamburger weiter, aber nicht um jeden Preis.

    "Wer andere gefährdet, ist kein Demokrat", kritisierte der IKG-Vorsitzende die immer wieder stattfindenden Corona-Demos. Teilnehmer solcher Demonstrationen sollten sich überlegen, mit wem sie da auf die Straße gingen.

    NS-Regime organisierte Gewaltmaßnahmen gegen Juden

    Mit der Reichspogromnacht begannen vor 82 Jahren die Judenvernichtungen im "Dritten Reich". In Deutschland und Österreich wurden Geschäfte und Wohnungen jüdischer Frauen und Männer zerstört, und Synagogen in Brand gesteckt. Alleine in Nürnberg kamen dabei 26 jüdische Bürger zu Tode.

    Traditionell findet die Gedenkveranstaltung auf dem neuen Friedhof der Kultusgemeinde in Nürnberg statt. Aufgrund der Covid-19-Beschränkungen wurde die Veranstaltung in diesem Jahr nicht öffentlich durchgeführt.

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