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© Landratsamt Würzburg / Lucas Kesselhut
Bildrechte: Landratsamt Würzburg / Lucas Kesselhut

Landrat Thomas Eberth und Kollegen mit der Israel-Fahne am Landratsamt

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    Israelische Flagge vor Würzburger Landratsamt beschädigt

    Eine vor dem Landratsamt in Würzburg gehisste israelische Flagge ist in der Nacht zum Donnerstag von Unbekannten stark beschädigt worden. Wie die Polizei berichtete, wurde die Fahne vom Mast gerissen. Das Landratsamt hat inzwischen reagiert.

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    Von
    • Eva Behringer
    • BR24 Redaktion

    Unbekannte haben eine israelische Flagge vor dem Landratsamt Würzburg vom Mast gerissen und beschädigt. Die Flagge sei erst am Mittwoch gehisst worden. Damit wollte die Kreisverwaltung nach eigenen Angaben an die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Israel und Deutschland am 12. Mai 1965 erinnern. Landrat Thomas Eberth hat den Schaden am Donnerstagvormittag, Anzeige erstattet und angekündigt, am Freitagvormittag eine neue Flagge zu hissen.

    Partnerschaft mit Landkreis in Israel

    Der Landkreis Würzburg pflegt seit 1997 eine offizielle Partnerschaft mit dem Landkreis Mateh Yehuda in Israel. Die Flagge in Würzburg sollte eigentlich bis zum 14. Mai hängen bleiben, dem Tag der Gründung des Staates Israel im Jahr 1948. "Wir zeigen mit der Fahnenhissung unsere Verbundenheit mit unseren Partnern in Israel", hatte Landrat Thomas Eberth (CSU) beim Hissen der Flagge erklärt.

    Antisemitische Straftaten auch in anderen Bundesländern

    Nach der Eskalation im Gaza-Konflikt hat es in Deutschland in mehreren Städten antisemitische und anti-israelische Demonstrationen gegeben. Dabei wurden auch Israel-Flaggen angezündet. In verschiedenen Bundesländern reagierten die Sicherheitsbehörden mit erhöhter Wachsamkeit oder verstärkten den Schutz jüdischer Einrichtungen. Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, hatte zuvor gefordert, den Schutz für jüdische Einrichtungen zu erhöhen.

    Bereits in der Nacht zum Mittwoch waren etwa vor Synagogen in Münster und Bonn israelische Flaggen angezündet worden. In Gelsenkirchen waren laut Zeugen am Mittwoch antiisraelische Parolen in Nähe der Synagoge zu hören. Auch in Berlin hat es nach Polizeiangaben in der Nacht zu Donnerstag Straftaten im Zusammenhang mit Flaggen des Staates Israel gegeben.

    So habe der Sicherheitsdienst der CDU-Bundesgeschäftsstelle in Tiergarten den Diebstahl einer vor dem Gebäude gehissten Flagge gemeldet, teilte die Berliner Polizei mit. In Berlin Pankow versuchten Unbekannte zudem, eine am dortigen Rathaus gehisste israelische Flagge zu beschädigen, wie es weiter hieß. In beiden Fällen habe der für politische Kriminalität zuständige Staatsschutz beim Landeskriminalamt die Ermittlungen übernommen. Die Stadt Solingen teilte ebenfalls mit, dass in der Nacht zum Donnerstag die vor dem Rathaus gehisste israelische Fahne angezündet worden sei. In Mannheim versuchte ein unbekannter Täter, an der Synagoge der baden-württembergischen Stadt eine Scheibe einzuschlagen.

    Bundesweite Empörung nach Angriffen auf Synagogen

    Die Angriffe auf Synagogen und Mahnmale haben bundesweit Empörung ausgelöst. Außenminister Heiko Maas (SPD) sagte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Donnerstag), dafür dürfe es in Deutschland null Toleranz geben. Zugleich appellierte Maas an alle Bürger, es nicht zu akzeptieren, "wenn Menschen jüdischen Glaubens in Deutschland für Ereignisse im Nahen Osten verantwortlich gemacht werden - auf der Straße wie in den sozialen Medien".

    Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, warnte vor einer Zunahme an Übergriffen auf jüdische Einrichtungen in Deutschland. Die Erfahrungen des Gaza-Kriegs 2014 zeigten, dass auch hierzulande mit einem Anstieg der Straftaten mit Israel-Bezug zu rechnen sei, sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Donnerstag).

    Die Vorsitzende des Förderkreises Denkmal für die ermordeten Juden Europas, Lea Rosh, verlangte einen besseren Schutz jüdischer Einrichtungen in Deutschland. "Wir fordern die Landesregierungen auf, den Schutz der rund 100 Synagogen und der Juden in Deutschland zu erhöhen und bei jeder antisemitischen Aktion ohne zu zögern einzugreifen", erklärte Rosh in Berlin. Jeder, der in Deutschland lebt, müsse wissen: "Wir akzeptieren jede Kritik, aber keine Bedrohung oder Gewalt und niemals brennende Davidsterne."

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