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Irtenberger Forst: Bayerns erstes Pilzschutzgebiet wird eröffnet | BR24

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Pilze sind wichtiger Bestandteil des Ökosystems Wald - in Arnstein eröffnet heute das erste Pilzschutzgebiet Bayerns. Unterwegs mit einem Pilz- und einem Forstexperten klären wir, warum es Schutzgebiete überhaupt braucht.

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Irtenberger Forst: Bayerns erstes Pilzschutzgebiet wird eröffnet

Im Irtenberger Forst bei Kist ist Bayerns erstes Pilzschutzgebiet eingerichtet worden. Das rund ein Hektar große Areal dient der Erforschung des Pilzbestandes und des Ökosystems "Wald". Die Pilzfreunde Mainfranken kümmern sich ehrenamtlich darum.

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Das Pilzschutzgebiet liegt nördlich des kleinen Naturschutzgebietes "Blutsee-Moor" bei Kist im Landkreis Würzburg. Der Eichen-Hainbuchenwald ist bekannt für seine hohe Dichte an Pilzen. Einige seltene Exemplare wachsen bundesweit nur in dieser Region, wie etwa der "Boletus legaliae", auch bekannt als Falscher Satans-Röhrling oder Purpur-Röhrling.

Pilze können an toten Baumstämmen wachsen

Die Pilzfreunde Mainfranken haben die etwa ein Hektar umfassende Fläche ausgewählt. Die Bayerischen Staatsforsten haben das Gebiet aus der Holz-Bewirtschaftung herausgenommen, umzäunt und mehrere Stämme Totholz eingebracht. "Stärkeres Totholz ist wertvoll – für Pilze, aber auch für Insekten, wie etwa den Hirschkäfer", erklärt Christoph Riegert, Leiter des Staatsforstbetriebs Arnstein. Er ist für das Waldgebiet verantwortlich.

Die Pilzfreunde Mainfranken, rund um den Pilzexperten Rudolf Markones, werden mehrmals in der Woche die Pilze in dem Schutzgebiet kartieren und unbekannte Pilze bestimmen. Die Informationen werden dann an die Bayerischen Staatsforsten weitergegeben. Rudolf Markones plant darüber hinaus Führungen im Pilzschutzgebiet: "Schulklassen, Kindergärten aber auch Studenten werde ich einladen sich hier anzuschauen, was die Pilze für den Wald und für uns machen."

Pilze sollen helfen, den Wald besser kennenzulernen

Nach Forstbetrieb-Leiter Christoph Riegert soll das Pilzschutzgebiet zwei Funktionen erfüllen: Einerseits wollen die Bayerischen Staatsforsten mehr über den Wald lernen, zum Beispiel über Naturschutzstrategien bei der nachhaltigen Waldbewirtschaftung, wie etwa der Totholzzersetzung. "Ferner wollen wir diese Erkenntnisse auch weitervermitteln: Interessierte Waldbesucher und Pilzkundler soll weitergegeben werden, was in diesem Wald für Pilze wachsen und was das über den Zustand des Waldes und der Waldbewirtschaftung aussagt", sagt Christoph Riegert.

Das Projekt "Pilzschutzgebiet im Irtenberger Forst" ist zunächst für zehn Jahre ausgelegt. "Solange die Pilzfreunde Mainfranken bereit sind, dieses Gebiet mit uns gemeinsam zu betreuen, kann das gerne eine dauerhafte Kooperation werden", sagt Riegert.