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"Irgendwie überlebt" – So geht es den Kinos in Schwaben | BR24

© pa/dpa

"Bleibt gesund" steht an einem geschlossenen Kino

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    "Irgendwie überlebt" – So geht es den Kinos in Schwaben

    Der Geruch von frischem Popcorn scheint fast schon vergessen. Die Kinos befinden sich im zweiten Lockdown, Filme werden zu Hause gestreamt. Trotzdem haben die schwäbischen Kinos Hoffnung – doch es gibt für sie nur einen richtigen Weg der Öffnung.

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    Von
    • Joseph Weidl

    Ausgerechnet in einem Kino tauchte der erste bekannte Corona-Patient in Schwaben auf, vor gut einem Jahr in Neu-Ulm. Einige Wochen später mussten alle Kinos schließen, jetzt, im Februar 2021, befinden sie sich im zweiten Lockdown.

    "Gesundheitlich geht es uns gut. Was das Kino angeht, ist es schwierig", sagt Claudia Mayr, Besitzerin des Kinos in Dillingen, das seit dem Jahr 1938 Filme zeigt. Immerhin hätte ihr Betrieb die Abschlagszahlungen der Regierung bekommen, sagt sie. Ihre wichtigste Forderung an die Politik: Alle Kinos in Deutschland müssten zu einem einheitlichen Termin öffnen.

    Gleichzeitige Öffnung wichtig

    Das würde auch der Kinobetreiber Rudolf Huber aus Bad Wörishofen unterschreiben. "Wir müssen alle gleichzeitig aufmachen, anders geht es nicht. Das Kino muss deutschlandweit starten", sagt Huber im Gespräch mit dem BR. Der einheitliche Kinostart in ganz Deutschland wäre deshalb so wichtig, weil es sich nur dann für die großen Filmverleiher lohnt, ihre Filme herauszugeben. Georg Albrecht, der in Offingen ein kleines Kino führt, warnt auch: "Wenn ich jetzt im Mai oder Juni die Kinos aufmachen darf und ein paar Monate später wieder zumachen muss, das würde nicht helfen."

    Kinobetreiber fordern angemessene Hygienevorschriften

    Gleichzeitig fordern die schwäbischen Kinos auch eine faire Behandlung, was etwa Hygienemaßnahmen angeht. Kinobetreiber Roman Sailer aus Neu-Ulm sagt, dass auch das Hygienekonzept einheitlich und "dem Risiko entsprechend sein" muss. Er fordert "die Anerkennung, dass es Vorkehrungen im Kino gibt und dass es vom Risiko richtig gewertet wird und nicht, dass es mehr leisten muss, was den Infektionsschutz angeht, als andere Bereiche wie der öffentliche Nahverkehr oder die Gastronomie".

    Wolfgang Christ, der in Günzburg ein Kino betreibt, hofft, dass die Einschränkungen weniger stark sein werden als vor dem zweiten Lockdown. Nur jede zweite Reihe besetzt, zuletzt sogar Maskenpflicht auf dem Platz: "So macht Kino keinen Spaß!", sagt Christ.

    Das Kino ist nicht tot

    Doch neben Hygienekonzept und einheitlicher Öffnung brauchen die Kinos vor allem eines: Besucherinnen und Besucher. Wie groß ist die Angst bei den Betreibern, dass sich die Leute jetzt so sehr an Netflix und Co. gewöhnt haben, dass sie nicht mehr ins Kino gehen? Rudolf Huber sagt: "Ich bin sehr optimistisch! Ich hab das Gefühl, dass die Leute wieder was unternehmen wollen!"

    Dem schließt sich seine Kollegin vom Kino in Dillingen, Claudia Mayr, an. "Das Kino ist schon so oft tot gesprochen worden. Kino hat immer irgendwie überlebt. Ich glaube ganz fest dran, dass es weiterhin überleben wird. Ganz wichtig sind die Besucher, die zu uns kommen."

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