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Ipsheimer Winzerin setzt auf insektenfreundlichen Weinbau | BR24

© BR/Annette Bögelein

Die junge Winzerin Julia Heindel führt den Biobetrieb ihrer Eltern weiter. In ihren Weinbergen bei Ipsheim im Raum Neustadt a. d. Aisch setzt sie auf Blühpflanzen um ihren Anbau noch bienenfreundlicher zumachen.

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Ipsheimer Winzerin setzt auf insektenfreundlichen Weinbau

Die Weinberge von Julia Heindel bei Ipsheim unterscheiden sich sehr von anderen Weinbergen. Zwischen ihren Rebstöcken grünt und blüht es. Diese Blühpflanzen ziehen viele Insekten an, nützen aber auch der Winzerin.

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Von
  • Annette Bögelein

Statt kahler Erde zwischen den Rebstöcken blühen bunte Blüten in den Weinbergen von Julia Heindel aus Ipfheim. Sie betreibt ökologischen Weinbau. Dafür sind Blühpflanzen zwischen den Rebstöcken kein Muss. Für die Winzerin sind sie aber nicht mehr wegzudenken. Denn die insektenfreundlichen, blühenden Pflanzen auf ihren Weinhängen sind für sie mehr als nur Insektenfutter.

Bodenverbesserung durch Blühpflanzen im Weinberg

Die blühenden Pflanzen haben viele Funktionen. Sie lockern den Boden auf, ziehen Insekten an und werden wieder zu Humus. Sobald sie vertrocknet sind, werden sie mechanisch mit dem Traktor unter die Erde gemulcht. Das gibt dem Erdboden neue Kraft und unterstützt so die Reben in ihrem Wachstum. Außerdem stellt die Winzerin fest, dass der Erdboden in ihren Weinbergen das Wasser besser speichert als im konventionellen Weinbau.

"Es macht viel Arbeit mit den Einsaaten im Weinberg, aber man hat auch Vorteile davon." Julia Heindel, Winzerin in Ipsheim

Experimentierfreude zahlt sich aus

Julia Heindel experimentiert mit verschiedenen Saaten. Zuerst hat sie für die Blühpflanzen ganz normale Standardmischungen verwendet. Inzwischen hat sie Erfahrung in ihrem bienenfreundlichen Weinberg gesammelt und setzt nun eigene Saatmischungen je nach Bodenbeschaffenheit des Weinbergs ein. "Die Natur sagt einem schon, was auf welchem Boden am besten wächst," sagt die junge Winzerin. Es geht ihr nicht nur um die Rebstöcke und einen guten Ertrag. Für sie ist der Weinberg ein Ökosystem mit vielen Beteiligten, das sie unterstützen und erhalten möchte. Eine Art Geben und Nehmen.

Kleines Weingut mit Vorbildcharakter

Mit sechs Hektar Anbaufläche gehört ihr Weingut eher zu den kleinen Weingütern in Franken. Bereits ihr Vater Michael Heindel hat auf Glyphosat verzichtet und auf biologischen Weinbau umgestellt. Auch er machte erste Versuche mit blühenden Pflanzen im Weinberg. Nun freut er sich, dass seine Tochter die Arbeit fortführt. In der Männerdomäne Weinbau ist sie eine der wenigen Frauen. Die 26-Jährige kann aber jetzt schon viel Fachwissen vorweisen. Sie hat Weinbau studiert und bei verschiedenen Bio-Winzern gearbeitet, bevor sie in den elterlichen Betrieb zurückgekehrt ist. Im Angebot sind derzeit Müller-Thurgau, Silvaner, Bachus, und Spätburgunder. Chardonnay kommt neu hinzu.

Win-Win-Situation für Winzer und Natur

Diese Art des biologischen Weinbaus macht viel mehr Arbeit. Fehler darf sie sich keinen erlauben. Sie muss immer ihre Weinstöcke, die Reben und den Boden im Blick haben. Statt Ungeziefer und Unkraut mit der chemischen Keule vorzubeugen oder bei Befall wegzuspritzen, muss sich die Winzerin viel intensiver mit allen Gegebenheiten auseinandersetzen. Doch gerade dieser Auseinandersetzung mit der Natur erfüllt sie und entlohnt ihren großen Einsatz. "Ich finde es wunderbar, wenn wir am Ende der Saison tolle Trauben haben. Das ist ein Geschenk und dafür möchte ich der Natur etwas zurückgeben," erklärt die junge Frau.

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Die Weinberge von Julia Heindel bei Ipsheim unterscheiden sich sehr von anderen Weinbergen. Zwischen ihren Rebstöcken grünt und blüht es. Diese Blühpflanzen ziehen viele Insekten an, nützen aber auch der Winzerin.

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