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Die Nordischen Kombinierer bei Olympia

Bildrechte: picture-alliance/dpa
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IOC entscheidet über die Zukunft der Nordischen Kombination

Sportart vor dem Aus: In der Nordischen Kombination treten bei Olympia bislang nur Männer an, obwohl für die Spiele Gleichberechtigung gilt. Das olympische Komitee entscheidet jetzt, ob es Frauen zulässt - oder die Disziplin streicht.

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Katharina ReichartKatharina ReichartAnna KleinAnna Klein
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So richtig vorstellen können sie es sich in der Wintersport-Hochburg Oberstdorf nicht, doch die Gefahr ist real: Die Zukunft ihrer gesamten Sportart steht auf dem Spiel. Denn wenn sich die Verantwortlichen des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) gegen die Aufnahme der nordischen Kombiniererinnen in das olympische Programm entscheiden, könnte das auch das Ende der Wettkämpfe für die Männer bedeuten.

Nordische Kombination bei Olympia auch für Frauen

Bei diesen Wettkämpfen räumen die Oberstdorfer Kombinierer Vinzenz Geiger, Johannes Rydzek und Julian Schmid regelmäßig Medaillen ab, wie zum Beispiel die Silbermedaille in der Staffel in Peking. Sie finden es vollkommen richtig und legitim, dass bei Olympia inzwischen der Grundsatz der Gleichberechtigung gilt, sodass die Wettbewerbe aller Disziplinen für Männer und Frauen ausgetragen werden. Der Entscheidung des IOC sehen die Oberstdorfer allerdings besorgt entgegen, denn einmal war der Antrag zur Aufnahme der Frauen schon gescheitert.

"Würde unsere Sportart bald nicht mehr geben"

Statt Frauen zur nordischen Kombination zuzulassen, könnten die Entscheider des IOC die Disziplin auch ganz aus dem olympischen Programm streichen - der "worst case", erklärt der zweifache Olympiasieger Johannes Rydzek: "Dann würde es unsere Sportart bald nicht mehr geben." Er nennt es einen "Verrat" an der traditionsreichen Sportart.

Kombinierer befürchten Entscheidung gegen die Sportart

Die Sorge der Sportler wird durch die Ankündigung des IOC verstärkt, keine weiteren Teilnehmenden für Olympia zuzulassen. "Sie wollen die Spiele kompakter machen und da wäre es eine einfache Lösung, die Kombination ganz rauszunehmen und so ein paar Athleten und Betreuer weniger zu haben", formuliert der Goldmedaillengewinner von Peking, Vinzenz Geiger, seine Befürchtung.

Ohne Olympia keine Sponsoren und Fördergelder

Die Spitzensportler aus Oberstdorf prophezeien: Sollte die Nordische Kombination nicht olympisch bleiben, gibt es sie bald gar nicht mehr - aus wirtschaftlichen und finanziellen Gründen. Weniger Präsenz in den Medien bedeute, dass die Nordische Kombination für Sponsoren unattraktiver und Preisgelder für Athleten weniger würden. Der Oberstdorfer Kombinierer Julian Schmid befürchtet zudem, dass ohne Olympia auch die Sportförderung durch die Bundeswehr oder den Zoll wegfallen könnte.

"Längst überfällig": Frauen in der nordischen Kombination

Peter Kruijer, Präsident des SC Oberstdorf, hat ähnliche Bedenken: "Die Jungen machen das, was die erfolgreichen Athleten vormachen nach und wollen da auch hin. Wenn es nicht mehr olympisch wäre, sehe ich da schon ein Problem - auch für den SC Oberstdorf als Verein." Seiner Meinung nach ist es längst überfällig, die Kombiniererinnen bei Olympia zuzulassen.

Erfolgreiche Premiere bei der Ski-WM 2021

Auch die Allgäuer Athletin Sophia Maurus, die erste Kombinierinnen im Zoll Ski-Team, sagt, die Zeit ist reif. Man habe ja bei den Weltcups und auch den Conti-Cups gesehen, dass sich die Sportart immer weiterentwickelt habe und die Frauen immer besser geworden seien. Auch die erste Teilnahme der Frauen bei der Nordischen Ski-WM 2021 in Oberstdorf sei ganz ordentlich gelaufen.

Kombiniererinnen träumen von Olympia

"Bis zu den nächsten Olympischen Spielen 2026 werden wir uns noch weiter steigern können", so die 20-jährige Sophia Maurus, die für den TSV Buchenberg startet und selbst von einer Olympia-Teilnahme träumt. Ihre 14-jährige Trainingskollegin Sofia Eggensberger vom SC Oberstdorf fügt an: "Für uns ist es einfach unverständlich, warum sich diese Frage für die Frauen überhaupt stellt."

Zukunft der gesamten Sportart steht auf dem Spiel

Die Nordische Kombination – also die Kombination aus Skispringen und Langlaufen - ist seit den ersten Winterspielen 1924 fester Bestandteil von Olympia. Seit einigen Jahren gibt es nun auch Bemühungen, die Kombiniererinnen in das Programm der Olympischen Winterspiele zu bringen. Der entsprechende Antrag für die Spiele 2022 in Peking scheiterte. Jetzt allerdings steht die Zukunft der gesamten Sportart auf dem Spiel.

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