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Inzidenzwert bei 73: Neue Corona-Maßnahmen im Landkreis Mühldorf | BR24

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Im Landkreis Mühldorf sind die Corona-Neuinfektionen in kurzer Zeit rapide angestiegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt laut RKI am Donnerstag bei 73, also weit über dem Grenzwert. Die Folge sind neue Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus.

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Inzidenzwert bei 73: Neue Corona-Maßnahmen im Landkreis Mühldorf

Im Landkreis Mühldorf sind die Corona-Neuinfektionen in kurzer Zeit rapide angestiegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt laut RKI am Donnerstag bei 73, also weit über dem Grenzwert. Die Folge sind neue Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus.

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Da der Landkreis Mühldorf am Inn innerhalb eines Tages nicht nur den Warnwert, sondern auch den Grenzwert von 50 bei der 7-Tage-Inzidenz überschritten hat, hat das dortige Landratsamt heute in einer Pressekonferenz seine neuen Maßnahmen und Informationen über die Hintergründe des Infektionsgeschehens bekannt gegeben.

Hohe Inzidenzwerte im Landkreis Mühldorf

Der derzeitige RKI-Inzidenzwert des Landkreises Mühldorf am Inn liegt bei 73,4 (Stand: 15.10.20, 00:00 Uhr), nach den eigenen Angaben des Landkreises liegt er heute sogar schon bei 76. Allein gestern meldete der oberbayerische Landkreis 39 zusätzliche Fälle an einem Putenschlachthof in Ampfing. Außerdem gebe es zehn Fälle, die sich auf zwei Infektionsherde in Familien beziehen, so der Landrat Max Heimerl (CSU) in der Pressekonferenz heute Mittag. Die restlichen Fälle seien im ganzen Landkreis verteilt, insgesamt seien es 91 Fälle im ganzen Landkrei.

Landrat mahnt zu Solidarität und Disziplin

Das Wichtigste sei jetzt, zusammenzuhalten: "Je disziplinierter, je solidarischer wir jetzt sind, desto schneller sind wir jetzt auch wieder über den Infektionsberg", sagte Heimerl in der Pressekonferenz. Mittlerweile werden wieder Corona-Patientinnen und Patienten im Mühldorfer Krankenhaus behandelt: Derzeit liegen sechs Patienten mit einer bestätigten Corona-Infektion im InnKlinikum Mühldorf und acht Patienten mit einem Corona-Verdacht. Alle Personen werden auf der Normalstation behandelt, keiner davon auf Intensivstation. Sollte sich die Lage wieder verschlimmern wie im Frühjahr, werde das InnKlinikum Mühldorf wieder schrittweise zum Covid-Zentrum für die Landkreise Altötting und Mühldorf. Derzeit seien aber alle Standorte des InnKlinikums im Normalbetrieb.

Infektionsherd Putenschlachthof Ampfing

Seit Monaten hatte der Landkreis Mühldorf ein besonderes Augenmerk auf den Schlachthof in Ampfing. Seit Mitte Mai gab es dort über 3.500 stichpunktartig durchgeführte Tests. Anfang der Woche waren vier Ergebnisse positiv und weitere 39 folgten. Insgesamt sind laut Landrat Max Heimerl nun alleine am Schlachthof 43 Personen infiziert. Die kalte und feuchte Umgebung begünstigt laut Landratsamt vermutlich die Übertragung im Betrieb.

Alle Mitarbeiter getestet

Inzwischen wurden alle Mitarbeiter getestet. Alle haben keine Symptome oder nur sehr leichte, sodass sie normalerweise nicht zum Arzt gegangen wären, so das Landratsamt. Ohne Stichproben wären diese Fälle nicht aufgefallen. Die Kontaktpersonen in der Firma sind nun in Quarantäne und die weitere Kontaktermittlung läuft. Der Schlachtbetrieb müsse deshalb heruntergefahren werden. Man geht davon aus, dass die Ansteckung im Betrieb erfolgte und in keiner Unterbringung, denn im Landkreis gebe es keine Unterkünfte, in denen dies möglich gewesen wäre.

Mehr Tests, neue Hotline

Auf Grund der Infektionslage gibt es ein paar Neuerungen im Landkreis: Fortan soll es mehr Tests geben, das Testzentrum am Volksfestplatz erweitert deshalb seine Öffnungszeiten und ist künftig auch am Samstag geöffnet, aber weiterhin nur nach Anmeldung. Außerdem soll es eventuell ein zusätzliches Testzentrum in Waldkraiburg geben, da sei man jedoch noch in Gesprächen. Bei der Kontaktermittlungsstelle wird das Personal aufgestockt. Mitarbeiter aus dem Landkreis Altötting unterstützen gerade schon, weil dort derzeit fast kein Infektionsgeschehen ist. Des Weiteren wurde im Landkreis Mühldorf eine zusätzliche Hotline eingerichtet. Die Gesundheitsamt-Hotline bleibt bestehen für medizinische Fragen (08631/699330). Fragen zu Allgemeinverfügung werden unter der neuen Hotline (08631/699407) beantwortet. Fragen können auch per Mail an corona@lra-mue.de gesendet werden.

Dies sind die Regeln der neuen Allgemeinverfügung

Die neue Allgemeinverfügung gilt ab Freitag (16.10.), aber die Regelungen für Schulen und Kindergärten sollen erst ab Montag (19.10.) gelten:

- Im öffentlichen Raum sollen sich nur noch fünf Personen aus verschiedenen Hausständen treffen, Personen aus dem eigenem Hausstand oder direkte Verwandte ohne Beschränkung der Personenanzahl. Gleiches gilt für den privaten Raum.

- Veranstaltungen wie Hochzeiten und Beerdigungen oder Vereinssitzungen sollen nur noch mit maximal 25 Personen innen und außen mit maximal 50 Personen durchgeführt werden.

- Es gilt eine Maskenpflicht an Bahnhöfen und Bushaltestellen.

- Für die Gastronomie gilt eine Sperrstunde von 23:00 bis 6:00 Uhr. Das Abholen von Speisen und Getränken ist aber erlaubt.

- Besuchsbeschränkung in Krankenhäusern, Pflege- und Altenheimen: Nur noch eine Person pro Patient oder Bewohner. Ausnahme bei Minderjährigen: Die dürfen im Krankenhaus von ihren Eltern oder Sorgeberechtigten besucht werden. Sterbebegleitung ist weiterhin ohne Einschränkungen möglich.

- Auswirkungen auf Schulen (gültig ab Montag, 19.10.): Maskenpflicht für alle Schülerinnen und Schüler, auch auf dem Platz, für alle Jahrgangsstufen und alle Lehrkräfte und sonstiges Personal. Alle 45 Minuten muss stoßgelüftet werden. Ausnahme: Der Mindestabstand von 1,5 Meter ist keine Pflicht, weil der Landkreis vermeiden will, dass die Klassen wieder getrennt beschult werden müssen und die Familien weiter belastet werden. Derzeit gebe es keine Infektionen an der Schule, so rechtfertigt Landrat Max Heimerl diese Entscheidung.

- Maßnahmen für Kindertagesstätten (ab 19.10.): Maskenpflicht für Beschäftigte in geschlossenen Räumen. In allen Einrichtungen muss es feste Gruppen geben, damit keine Durchmischung stattfinden kann. Dies sei ohnehin schon in fast allen Einrichtung geschehen.

Die Allgemeinverfügung habe keine Auswirkungen auf kulturelle Veranstaltungen, Kino, Sport, Gottesdienste, Freizeitpark, Handel, Dienstleistung und Märkte. Wichtig sei nun, hier besondere Vorsicht walten zu lassen, sodass diese Veranstaltungen nicht zu zusätzlichen Infektionsherden werden, so der Mühldorfer Landrat Max Heimerl in der Pressekonferenz.

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