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Investor will Thermoselect-Areal in Ansbach wiederbeleben | BR24

© BR/Annika Svitil

Seit 2002 liegt die Thermoselect-Anlage in Ansbach-Brodswinden brach. Jetzt will ein Investor Gewerbe auf dem Gelände ansiedeln. Ob er das darf, muss der Stadtrat entscheiden.

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Investor will Thermoselect-Areal in Ansbach wiederbeleben

Müllverschwelung galt einst als wegweisende Zukunftstechnologie. Doch richtig funktioniert hat sie nie. Seit Jahren steht die Thermoselect-Anlage in Ansbach leer. Nun soll das Areal doch noch genutzt werden.

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Wer auf der A6 Nürnberg-Heilbronn fährt, kennt das markante rote Gebäude direkt neben der Autobahn. Die ehemalige Thermoselect-Anlage im Ansbacher Stadtteil Brodswinden ist eine Industriebrache. Im Jahr 2002 stellte die Schweizer Firma Thermoselect die Arbeiten an der halbfertigen Müllverschwelungs-Anlage ein. Seitdem ist nichts passiert. Doch nun will ein Investor das Gelände umbauen.

Investor plant Gewerbeareal

Investor Jörg Kernstock plant ein neues Gewerbeareal. Er sei schon lange an dem Gelände interessiert, teilte er dem BR mit. Das alte Thermoselect-Gebäude wolle er abreißen und eine Gewerbehalle mit rund 30.000 Quadratmeter Fläche bauen. Dort sollen sich verschiedene Gewerbefirmen im Bereich Logistik, Verpackung oder Montage ansiedeln. Die Lage an der Autobahn sei ideal und das Areal voll erschlossen, so Kernstock. In Zeiten, in denen heftig über das Thema Flächenversiegelung gestritten werde, sei es eine "Sünde, das weiter brach liegen zu lassen", sagte er dem BR.

Ansbacher Stadtrat muss entscheiden

Ob Investor Jörg Kernstock seine Pläne verwirklichen kann, muss nun der Ansbacher Stadtrat entscheiden. Am Dienstagnachmittag will er die nötigen Änderungen im Flächennutzungsplan beschließen, heißt es aus dem Rathaus.

Müllverschwelung galt als Zukunftstechnologie

In den 1990er Jahren galt Müllverschwelung als besonders ökologische Zukunftstechnologie, um den wachsenden Müllbergen Herr zu werden. Die Anlage in Ansbach-Brodswinden war von der Schweizer Firma Thermoselect als Vorzeigeprojekt geplant. Doch nachdem in einer zweiten Anlage in Karlsruhe massive technische Probleme aufgetreten waren, stellte Thermoselect die Arbeiten an der Ansbacher Anlage ein. Seit 2009 ist die Firma pleite.