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Bildrechte: Gemeinde Wackersdorf

Einer von vielen Marmorkrebsen im Murner See bei Schwarzenfeld und Wackersdorf

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    Invasive Art: Wackersdorf will Krebspest in See verhindern

    Er hat sich im gesamten Murner See bei Wackersdorf ausgebreitet: der Marmorkrebs. Einheimische Arten könnte er verdrängen und außerdem die Krebspest einschleppen. Die wäre tödlich für die heimischen Krebse. Die Behörden haben reagiert.

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    Von
    • Sebastian Wintermeier
    • BR24 Redaktion

    Weil sich der invasive Marmorkrebs im Murner See bei Wackersdorf stark vermehrt, haben die Gemeinde Wackersdorf und der Markt Schwarzenfeld Maßnahmen zur Eindämmung ergriffen. Der Marmorkrebs zählt gemäß einer EU-Verordnung zu den invasiven Arten. Die Art verdränge heimische Krebs-Populationen, heißt es aus Wackersdorf. Außerdem übertrage der Eindringling die sogenannte Krebspest, die für einheimische Krebsarten tödlich sei.

    Murner See ist voller Marmorkrebse

    Weil im Murner See keine heimischen Krebse leben, gehe es jetzt vor allem darum, die umliegenden Gewässer vor dem Eindringling zu schützen, sagte der Wackersdorfer Bürgermeister Thomas Falter (CSU). Nach aktuellem Kenntnisstand sei bislang der komplette Murner See sowie die mit dem See verbundenen Gräben vom Marmorkrebs besiedelt. Bislang sei jedoch bei keinem der untersuchten Tiere die Krebspest festgestellt worden.

    Maßnahmen gegen den Eindringling

    Gemäß einer Empfehlung des Bayerischen Landesamtes für Umwelt würden die Gewässer jetzt regelmäßig untersucht, Taucher entnehmen fortlaufend Marmorkrebse zur Untersuchung. Außerdem sollen in den Ableitern des Murner Sees Krebssperren installiert werden, etwa am Edelmannsee oder Südgraben.

    Badende bekommen ihn nicht zu sehen

    Badegäste würden von dem Krebs nichts mitbekommen, hieß es. Das Tier lebe unter der Wasseroberfläche. Besucher sollen aber darauf achten, nicht versehentlich Larven des Marmorkrebses an Wasserspielzeugen oder Sportgeräten in andere Gewässer zu bringen.

    Die invasive Krebsart wird rund 12 Zentimeter lang, ist gelblich gefärbt und dunkel marmoriert. Besonderheit: Es gibt keine männlichen Tiere und die Weibchen können sich mit einer hohen Reproduktionsrate eigenständig vermehren. Die Art stammt aus Florida, wo sie in der Aquarienzucht durch die Mutation einer normalen Flusskrebsart entstand. In Deutschland wurden die ersten Marmorkrebse vor 20 Jahren nahe Karlsruhe entdeckt.

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